| Johanna Hauser |
| 07.04.2026 13:30 Uhr |
In einer Untersuchung aus dem Jahr 2022 zeigten von 70.867 Patienten, die mit 1-prozentiger Benzylalkohol-Vaseline getestet wurden, 146 eine positive Reaktion (0,21 Prozent). Die meisten davon waren nur schwach positiv (89 Prozent). Allerdings reagierten teilweise auch Patienten mit einem negativen Patch-Test auf Benzylalkohol-haltige Produkte. Bei Patienten mit positivem Test auf Benzylalkohol traten allergische Reaktionen zu über 80 Prozent und somit signifikant häufiger auf als bei negativ getesteten Patienten (70,5 Prozent).
Auch trat eine Dermatitis an den Beinen bei den positiv getesteten Patienten mit 17,8 Prozent doppelt so häufig auf. Die auslösenden Agenzien waren in dieser Gruppe zu 53,4 Prozent Kosmetika und zu 34,9 Prozent topische Arzneimittel. Bei Patienten mit negativem Patch-Test traten Reaktionen auf Kosmetika mit 47,9 Prozent zwar auch sehr häufig, mit 16,6 Prozent auf Arzneimittel jedoch signifikant seltener auf.
Auch wenn in einigen Bereichen Patienten mit einem positiven Patch-Test signifikant häufiger auf eine Exposition mit Benzylalkohol-haltigen Substanzen reagierten, sollte Benzylalkohol laut den Autoren nicht als signifikantes Allergen eingestuft werden. Begründet wird dies damit, dass positive Patch-Test-Reaktionen sehr selten und zudem schwach ausgeprägt sind. Sie hätten häufig einen eher irritativen Charakter als eine immunologisch bedingte allergische Reaktion. Die Ergebnisse wurden im »Journal of the European Academy of Dermatology & Venereology« veröffentlicht.