Eine Senkung des Einstiegsalters für das Darmkrebs-Screening auf 45 Jahre werde durch die Studie nicht gestützt, meinen die Autoren. Die praktikablen, kosteneffektiven Präventionsstrategien seien hierzulande auch längst nicht ausgeschöpft. In einem aktuellen Vergleich der Präventionspolitik von 18 europäischen Ländern belege Deutschland Platz 17.
Hinzu komme die trotz des leichten Anstiegs weiter geringe Häufigkeit verglichen mit der von Darmkrebs bei den Über-50-Jährigen. Von durchschnittlich 56.200 neuen Darmkrebsfällen einschließlich Appendixkarzinom pro Jahr in Deutschland zwischen 2021 und 2023 waren demnach nur 3000 (5,4 Prozent) früh auftretende. Zum Vergleich: »In den USA werden mittlerweile 14 Prozent aller Personen mit Darmkrebs in einem Alter unter 50 Jahren diagnostiziert«, erklärte Seufferlein vom Universitätsklinikum Ulm. Der Beginn des Darmkrebs-Screenings sei dort darum auf das 45. Lebensjahr herabgesetzt worden.
Die Häufigkeit von Darmkrebs über alle Altersgruppen hinweg sinkt in vielen Ländern wie den USA, Kanada und Deutschland seit mehreren Jahrzehnten, wie es in der Studie auch heißt. Experten führen das unter anderem auf die Einführung von Screening-Programmen zurück, mit denen schon Vorstufen erkannt werden. Hinzu kommen Fortschritte in der Therapie.
Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Todesfälle innerhalb von 20 Jahren um 17 Prozent: Starben im Jahr 2003 noch 28.900 Menschen an Darmkrebs, waren es im Jahr 2023 noch 24.100.