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Gedächtnisleistung
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Brain Walking – Training fürs Gehirn

Oft ist nicht das Gehirn schuld, wenn uns eine Aufgabe nicht gelingt. Meist fehlen ihm die richtigen Bedingungen, um gut und effektiv arbeiten zu können. Wie sinnvolles Gehirntraining aussehen kann und wie sich spielend die Gedächtnisleistung steigern lässt, berichtet die Gesundheitsexpertin Brigitte Kühn der PZ.  
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 20.02.2026  07:00 Uhr

In welchem Alter sollte man mit Gehirntraining starten?

Kühn rät dazu, so früh wie möglich in sein Gehirntraining zu investieren – aber ohne Druck. Schon ab einem Alter von 40 oder 50 lohne sich das Training, weil sich Stress, Schlafmangel und Multitasking schlechter abfedern ließen. Spätestens aber ab 60. »Das ist oft der beste Zeitpunkt, weil Menschen mehr Zeit haben und der Nutzen im Alltag sofort spürbar wird.«

Sie selbst bietet sogenannte Brain-Walking-Kurse an, weil sie überzeugt davon ist, dass unser Gehirn in den allermeisten Fällen weder schusselig noch kaputt ist, sondern nur die richtigen Bedingungen benötigt, um gut zu arbeiten. Sie empfiehlt Struktur statt Dauerstress, Bewegung statt Dauersitzen, Aufmerksamkeit statt Reizüberflutung – und vor allem Verständnis statt Selbstkritik.

Beim Brain-Walking gehe es nicht um »Spazierengehen mit Rätselchen«, sondern um gezielte Aktivierung zentraler Hirnfunktionen während der Bewegung, so Kühn. Ein niedriger Stresslevel erhöhe zudem die Aufnahmefähigkeit des Gehirns. Ihr Ziel ist nicht gegen Vergesslichkeit zu kämpfen, sondern innere Verlässlichkeit aufzubauen.

Gehirnfitness durch Brain-Walking

Übungen aus ihren Brain-Walking-Kursen sehen etwa so aus: Zwei Personen gehen nebeneinander, eine Person buchstabiert ein kurzes Wort rückwärts, die andere nennt es in korrekter Reihenfolge. Das trainiert Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprachverarbeitung und soziale Koordination. Später werden die Wörter länger und das Geh-Tempo schneller.

Oder während des Spazierens lautet die Aufgabe, fünf Dinge in einer bestimmten Farbe oder Form zu finden. Das schult selektive Aufmerksamkeit und Reizfilterung. Sprachflexibilität übt sie in ihren Gruppen durch Assoziationsketten. Der Erste nennt ein Wort, der Nächste nennt einen passenden Begriff dazu und so weiter – ohne Wiederholungen. Das helfe, Wörter zu finden, flexibel zu bleiben und nicht automatisierte Antworten zu geben.

Zum Abschluss reflektieren die Teilnehmenden, wo sie im Alltag die erlernten Fähigkeiten nutzen können. »Der Transfer sorgt dafür, dass das Training nicht im Kurs bleibt, sondern im Leben ankommt«, begründet Kühn.

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