| Ev Tebroke |
| 25.02.2026 14:46 Uhr |
Matthias Mieves unterstrich, die wichtigste Nachricht sei doch vor allem, »dass die Reform kommt«. Sie sei nicht perfekt, aber es gebe wichtige Bausteine, wie etwa Bürokratieabbau, mehr Kompetenzen und Ähnliches. »Wir müssen sicherlich das Packungsfixum umsetzen«, bekräftigte er zwar. Aber die Apotheken bräuchten grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen. So nannte er etwa mehr Spielraum bei der Nutzung von digitalen Tools, etwa beim Impfen.
Simone Borchardt erinnert an die Verantwortung der Parlamentarier: »Wir befinden uns in einem normalen parlamentarischen Verfahren. Und kein Gesetz gehe so ins Parlament hinein, wie es hinausgeht. »Wir sind nicht gegen Sie, wir stehen auf Ihrer Seite!« Sie betonte auch, sie würden auf alle Fälle auch das Thema Kühlketten, Nullretax und die Hochpreiser-Problematik nun im parlamentarischen Verfahren angehen.
Ates Gürpinar versteht die Enttäuschung und Ungeduld der Apotheken. Sicher gebe es das Gesetz und die Reformmaßnahmen. Aber er sieht auch ein konkretes »Umsetzungsproblem«, da die Fixumserhöhung bislang nicht kommt. Die Linkspartei hatte sich zuletzt auf ihrer Klausurtagung explizit eine schnelle Erhöhung des Fixums ausgesprochen und dazu auch einen Antrag gestellt.
Grundsätzlich hält er die Reform nicht für zielführend: »Ich würde nicht sagen, dass das Gesetz die Apotheken stärkt.« Zudem ebne es die Möglichkeit für Drogerieketten und andere Marktplayer, in den Apothekenmarkt zu drängen. Auch findet er das Vorgehen problematisch: »Alle versprechen, das Fixum kommt. Aber im Gesetz steht es nicht drin.«
Für die Union war früheren Aussagen zufolge die Erhöhung auf 9,50 Euro nicht verhandelbar. Borchardt versicherte auf Nachfrage: »Die Fixum-Erhöhung ist für uns eine rote Linie.« Wenn das nicht komme, würden sie dem Gesetz wahrscheinlich nicht zustimmen. »Da müsste schon viel passieren, dass die Union dem trotzdem ohne Fixumerhöhung zustimmen würde.«
Gürpinar stellte in diesem Zusammenhang fest, die Union spreche immer davon, es brauche einen Kompromiss. »Mit wem denn?«, so der Linken-Gesundheitsexperte. »Sie sind die Regierung, die Koalition.« Wer sei denn der böse Hintermann, der einen Kompromiss nötig mache?