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Vor Operationen
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Bewegung kann Delirium vorbeugen

Körperliche Aktivität vor einer Operation verringert das Risiko eines postoperativen Deliriums. Darauf weist eine Fall-Kontroll-Studie hin, die Forschende aus Florida kürzlich vorstellten.
AutorKontaktChristina Düll
Datum 20.10.2026  14:00 Uhr

Das postoperative Delirium (POD) bezeichnet den Zustand plötzlicher Verwirrung nach einer Operation. Es tritt bei jedem fünften Operierten auf, ist bei älteren Menschen häufiger und kann die Aufmerksamkeit und das Denken beeinträchtigen. Diese Verwirrungszustände können den Krankenhausaufenthalt verlängern und die Genesung verzögern.

Um den Einfluss von körperlichem Training auf das POD-Risiko zu untersuchen, analysierten Forschende um Melody Haratian von der University of South Florida in einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie die Daten von 258 Patienten, die zwischen 2024 und 2025 eine Tumoroperation hatten. 64 der Patienten entwickelten nach dem Eingriff ein POD. Die Forschenden verglichen die körperliche Aktivität pro Woche in der Patientengruppe mit POD mit der Gruppe, bei der kein POD auftrat. Dabei überprüften sie Operationsberichte von Patienten und ermittelten über einen Confusion Assessment Method (CAM)-Test diejenigen, die ein POD aufwiesen. Der CAM ist ein klinisches Untersuchungsinstrument, um ein Delirium festzustellen. Die Angaben zur körperlichen Aktivität beruhten auf Selbstauskünften.

Es zeigte sich, dass Patienten, die mindestens siebenmal pro Woche eine körperliche Aktivität wie Gehen oder intensivere Bewegung durchführten, ein um etwa 50 Prozent geringeres Risiko für POD hatten als weniger aktive Teilnehmer. Patienten, bei denen ein POD auftrat, gaben insgesamt eine längere Sitzzeit und weniger körperliche Aktivität an.

Die Studie zeigte somit, dass eine erhöhte körperliche Aktivität vor einer Operation mit einem geringeren Risiko für ein POD assoziiert ist. Die Daten stellte Haratian kürzlich auf dem Jahreskongress der US-amerikanischen Gesellschaft der Anästhesisten vor, der vom 16. bis 20. Oktober in San Diego stattfindet. 

Auf Operationen vorbereiten

Die Ergebnisse legen nahe, dass körperliche Bewegung vor Operationen das POD-Risiko senken könnte. Als Vorbereitung auf eine Operation sollten den Patienten Möglichkeiten gezeigt werden, sich viel zu bewegen und dies in den Alltag einzubauen, raten die Forschenden um Haratian in einer Pressemitteilung. Auch die Teilnahme an Prähabilitationsprogrammen kann als Möglichkeit dienen, eine Operation vorzubereiten und das Risiko für ein POD zu vermindern.

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