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Morbus Huntington
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Betablocker verzögern motorische Symptome

Die Huntington-Krankheit ist eine progredient verlaufende neurodegenerative Erbkrankheit, die durch motorische, kognitive und psychiatrische Beeinträchtigungen gekennzeichnet ist. Optionen zur Behandlung sind kaum vorhanden. Daher lassen Studienergebnisse aufhorchen, wonach Betablocker den Krankheitsbeginn verzögern und den Krankheitsverlauf verlangsamen könnten.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 04.12.2024  10:30 Uhr

Langsameres Fortschreiten

Bei den mmHD-Patienten resultierte die Einnahme eines Betablockers in einer signifikant langsameren jährlichen Verschlechterung der Krankheitssymptomatik. Die motorischen Symptome (TMS) lagen um −0,45 Punkte/Jahr niedriger als in der Kontrollgruppe, und die funktionelle Kapazität (TFC) sowie die kognitive Funktion (SDMT) lagen um +0,10 Punkte/Jahr und um +0,33 Punkte/Jahr höher als in der Kontrollgruppe. Der Effekt war bei β1-selektiven Blockern wie Metoprolol ausgeprägter als bei unselektiven Betablockern.

Die Forschenden betonen, dass diese Arbeit keine Kausalität, sondern nur eine Assoziation beschreibt. Allerdings scheint es plausibel, dass der Nutzen von Betablockern auf die Blockade von Noradrenalin-Signalen zurückzuführen sein könnte, die überaktivierte sympathische Nervenwege bei HD-Patienten modulieren. Post-hoc-Analysen deuteten zudem darauf hin, dass β1-selektive Blocker besonders effektiv sind.

Alternativen in der Bluthochdruckbehandlung, beispielsweise ACE-Hemmer, zeigten keine vergleichbaren Effekte, was auf einen spezifischen Mechanismus der β-Adrenorezeptorblockade hindeutet. Die Studie legt nahe, dass Betablocker eine potenzielle Option darstellen, die detaillierter untersucht werden sollte.

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