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Schlafstörungen
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Besser schlafen, aber wie?

Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. Wann besteht wirklich Handlungsbedarf – und welche Therapieoptionen sind sinnvoll? Wissenswertes zu OTC-Klassikern, Melatonin und dem noch relativ jungen Daridorexant teilte Apothekerin Dr. Miriam Ude beim Pharmacon in Schladming.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 23.01.2026  16:20 Uhr
Für wen ist Melatonin sinnvoll?

Für wen ist Melatonin sinnvoll?

Der einzige schlaffördernde Wirkstoff, der auf der FORTA-Liste die Einstufung B (»vorteilhaft«) erreicht, ist retardiertes Melatonin. Im Alter ist die Produktion des Hormons, das an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist, vermindert, sodass eine Supplementation bei einigen Patienten helfen kann. »Nach Angaben der Europäischen Arzneimittelagentur profitieren allerdings nur etwa 30 Prozent der Menschen von einer Melatonin-Substitution«, so Ude. 

Als kritisch erachtet sie es, wenn Eltern ihren Kindern Melatonin geben, damit diese schneller einschlafen. Soziale Medien und »kinderfreundliche« Formulierungen wie Gummibärchen förderten diesen Trend, klagte die Apothekerin. »Hier müssen sich in den meisten Fällen die Eltern ändern, nicht die Kinder«, stellte sie klar. Eine Ausnahme bilden hier Kinder ab zwei Jahren mit Autismus-Spektrum-Störung oder dem sogenannten Smith-Magenis-Syndrom, für die verschreibungspflichtige Arzneimittel mit retardiertem Melatonin zur Verfügung stehen. »Diese Kinder haben echte Schlafstörungen. Bei ihnen ist die Substanz sinnvoll.«

Der Neuling Daridorexant

Das Nesthäkchen unter den verschreibungspflichtigen Schlafmitteln für Erwachsene ist Daridorexant. Es  ist der erste Vertreter der neuen Wirkstoffklasse der dualen Orexin-Rezeptorantagonisten (DORA). Für das Handelspräparat Quviviq™ erhielt das Unternehmen Idorsia Pharmaceuticals vor rund zweieinhalb Jahren den PZ-Innovationspreis.

Daridorexant verhindert, dass Orexine – wachheitsfördernde Neuropeptide – an ihre Rezeptoren andocken. Das fördert Müdigkeit. Über Rebound-Entzugserscheinungen sei wenig bekannt, so die Referentin. »Das heißt, das Arzneimittel ist gut verträglich.« 

Das Präparat werde immer häufiger verordnet. »Es gibt dazu im Moment allerdings keine Empfehlung in den Leitlinien, weil den Autoren die Marktdaten fehlen. Das ist aber klar, dafür ist die Substanz noch zu neu.«

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