Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Schlafstörungen
-
Besser schlafen, aber wie?

Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. Wann besteht wirklich Handlungsbedarf – und welche Therapieoptionen sind sinnvoll? Wissenswertes zu OTC-Klassikern, Melatonin und dem noch relativ jungen Daridorexant teilte Apothekerin Dr. Miriam Ude beim Pharmacon in Schladming.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 23.01.2026  16:20 Uhr

Wer an mindestens drei Nächten pro Woche für mindestens einen Monat schlecht schläft, leidet definitionsgemäß an einer Schlafstörung. Apothekerin Dr. Miriam Ude von der Stern-Apotheke in Bischofsheim betonte, dass Schlafqualität sehr subjektiv empfunden wird und im ambulanten Setting nur schwer objektiv ermittelbar ist.

Daher gilt es zunächst, im Beratungsgespräch festzustellen, ob überhaupt Handlungsdarf besteht. Gerade bei älteren Menschen, die tagsüber gerne ein Nickerchen einlegen oder regelmäßig vor dem Fernseher einschlafen, gilt: »Diese Zeiten muss man natürlich zur Gesamtschlafdauer dazuzählen, sodass unter Umständen gar keine so eklatante Schlafstörung vorliegt, wie vom Patienten angenommen.«

Liegt tatsächlich eine Schlafstörung vor, muss sie bei den meisten Patienten nicht direkt pharmakologisch therapiert werden. Gute Effekte habe die kognitive Verhaltenstherapie gezeigt, da Stress und Sorgen zwei der Hauptauslöser für schlechten Schlaf sind. »Allerdings bräuchten wir dafür extrem viele Therapieplätze – und wir wissen alle, wie das in der Realität aussieht«, kommentierte die Referentin. Als Alternative, um schneller Zugang zu verhaltensbasierten Maßnahmen zu erhalten, empfahl sie digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie HelloBetter Schlafen und Somnio, die auf Rezept oder privat abgerechnet werden können.

Zu den Klassikern unter den OTC-Schlafhelfern zählen ZNS-gängige H1-Antihistaminika wie Diphenhydramin und Doxylamin. Sie stören allerdings die REM-Phasen und machen den Schlaf weniger erholsam. Außerdem sollten sie nur kurzzeitig (wenige Tage bis maximal zwei Wochen) angewendet werden. Aufgrund ihrer anticholinergen Effekte sind die beiden Antihistaminika für ältere Patienten weniger geeignet (FORTA-Liste: D, »vermeiden«). 

Mehr von Avoxa