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Antibiotika und die Pille
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Besser auf Nummer sicher gehen

Eine neue Analyse kommt zu dem Schluss, dass eine Antibiotika-Einnahme die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel herabsetzen könnte. Die Autoren raten zu besonderer Vorsicht, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 19.08.2020  07:00 Uhr
Apotheker sollten zu zusätzlicher Verhütung raten

Apotheker sollten zu zusätzlicher Verhütung raten

»Diese Hinweise legen nahe, dass es eine Wechselwirkung von antibakteriellen Arzneimitteln mit hormonellen Kontrazeptiva gibt, die möglicherweise die Wirksamkeit der Kontrazeptiva beeinträchtigen kann«, folgern Ferner und Kollegen. Sie raten: »Das Vorsorgeprinzip schreibt vor, dass Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel einnehmen, angewiesen werden sollten, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wenn eine kurze Einnahme eines antibakteriellen Arzneimittels hinzukommt.«

Es gibt auch eine pragmatische Empfehlung in der ABDA-Datenbank: Muss sich die Anwenderin innerhalb von vier Stunden nach Einnahme der Pille erbrechen oder hat Durchfall, sollte sie beim Geschlechtsverkehr bis zum Ende des Zyklus zusätzlich eine Barrieremethode anwenden, die Pille aber trotzdem weiter einnehmen, um eine vorzeitige Blutung zu vermeiden. Besondere Vorsicht ist auch bei enzyminhibierenden Antibiotika angebracht. Mit diesen Hinweisen kann das pharmazeutische Personal in der Beratung nichts falsch machen.

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