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USA

Doppelkinn einfach wegspritzen?

12.05.2015  16:22 Uhr

Von Rolf Thesen / Für Menschen mit ausgeprägtem Doppelkinn gibt es eine neue Therapieoption. Als Alternative zur chirur­gischen Behandlung lässt sich mit Desoxycholsäure der störende Truthahnhals einfach wegspritzen. In den USA wurde das Desoxycholsäure- haltige Fertigarzneimittel KybellaTM von Kythera Biopharmaceuticals zur Behandlung dieses kosmetischen Pro­blems zugelassen.

Kybella wird als subkutane Injektion in das Fettgewebe unter dem Kinn gespritzt. Desoxycholsäure ist eine sekundäre Gallensäure, die im mensch­lichen Darm von Bakterien aus primären Gallensäuren gebildet wird. Sie hat zellauflösende (zytolytische) Eigenschaften. Nach der Injektion kommt es zur Zerstörung der Zellmembran, die Fettzellen platzen und die Zellreste werden von Phagozyten und Makrophagen entfernt.

Kybella kann bei Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem Doppelkinn eingesetzt werden. Zur Behandlung von Fettablagerungen an anderen Körperstellen ist das Arzneimittel nicht zugelassen und wird von der FDA auch nicht empfohlen. Kybella sollte nicht verwendet werden, wenn die Injektionsstelle infiziert ist. Vorsicht ist auch bei Patienten geboten, die sich zuvor einer chirurgischen Behandlung des Doppelkinns unterzogen haben.

 

Die Patienten können bis zu 50 Injektionen in einer einzigen Behandlung erhalten. Bis zu sechs Einzelbehandlungen sind möglich, zwischen denen nicht weniger als ein Monat liegen darf. Die Behandlung ist medizinisch ausgebildetem Fachpersonal vorbehalten. Denn die subkutane Applikation birgt auch Risiken: Wird die Injektion nicht exakt in das Fettgewebe verabreicht, sondern versehentlich in benachbarte Hautzellen, können diese zerstört werden. Blutergüsse und Schwellungen sind mögliche Folgen. Daneben können Schmerzen, Taubheitsgefühl, Rötungen und Verhärtungen im Behandlungsbereich auftreten.

 

Bei unsachgemäßer Anwendung kann Kybella auch schwere Nebenwirkungen verursachen, zum Beispiel eine Nervenverletzung im Kiefer. Es kann zu einer Schwäche der Gesichtsmuskulatur (schiefes Lächeln) und Schwierigkeiten beim Schlucken kommen. /

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