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Private Krankenversicherer

Engere Kooperation mit Apothekern

Datum 02.05.2017  13:20 Uhr

Die Privaten Krankenversicherer (PKV) wollen die Zusammenarbeit mit den Apotheken intensivieren. Hintergrund für die Initiative der privaten Versicherungswirtschaft ist es, ihre Position gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu stärken, nicht zuletzt durch mehr Kosteneffizienz.

»Wir sehen uns als Partner der öffent­lichen Apotheken«, betonte PKV-Verband­schef Uwe Laue. Als Koope­rationsfelder benannte er in seinem Vortrag die Aut-idem-Verordnung, das Medikationsmanagement und die Direktabrechnung.

Im Wettkampf mit der GKV und vor dem andauernden politisch diskutierten Szenario einer möglichen Bürgerversicherung wollen sich die privaten Versicherer besser aufstellen. Vor allem auch ein Jahr für Jahr steigender Mehrumsatz der PKV bei den Arzneimittelausgaben, nicht zuletzt aufgrund hoher Preise für neue Medikamente, macht nach Angaben von Laue Reformen nötig. Demnach ist die Generika-Quote in der PKV mit 60 Prozent nach wie vor wesentlich niedriger als in der GKV (90 Prozent). Um die Kosten zu steuern, ist daher für die Privatversicherer unter anderem eine engere Zusammenarbeit mit den Apothekern attraktiv.

 

Mehr Freiheit

 

Beim Thema Aut-idem plädiert der PKV-Verband für eine freiheitliche Lösung. Eine gemeinsame Initiative mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) soll den Gesetzgeber dazu anregen, Näheres im Arzneimittelgesetz in einem zu schaffenden § 49 zu regeln. Laue schlägt diesbezüglich die Verankerung einer Kann-Regelung vor, die die The­rapiefreiheit des Arztes erhält: »Die Verschreibung von Arzneimitteln erfolgt mit der Möglichkeit der Ersetzung durch wirkstoffgleiche Arzneimittel. Die Ersetzung des Arzneimittels durch wirkstoffgleiche Arzneimittel kann vom Arzt ausgeschlossen werden.« Apotheker sollen zudem austauschen dürfen aber nicht müssen. Auch der Patient soll frei entscheiden können, ob er einen Austausch zugunsten eines wirkstoffgleichen, aber kostengünstigeren Medikaments wünscht. Der neue Paragraf soll dem PKV-Verband zudem grundsätzlich erlauben, mit dem DAV »Ziele zugunsten einer qualitätsgesicherten Arzneimittelversorgung von Privatversicherten vereinbaren« zu können. Die Politik hält sich Laue zufolge bislang bedeckt und habe hinsichtlich des Vorschlags noch »Prüfbedarf« angemeldet. Laue vermutet aber eher koalitions­interne Differenzen.

 

Was das Thema Medikations­management betrifft, so haben Laue zufolge erste Privatversicherer das Poten­zial erkannt. »Erste Verträge liegen bereits vor«, sagte der PKV-Verbandschef. Solch ein Serviceangebot schaffe Wettbewerb unter den PKV-Unternehmen. Hier hofft Laue auf die Mithilfe der Apotheker. Er setzt dabei auf den Einsatz einer versicherten­zentrierten Gesundheitsakte und das das damit mögliche Zusammenspiel aller Beteiligten.

 

Was die Direktabrechnung von Rezepten betrifft, so arbeiten viele Privatversicherer und Apotheker bereits zusammen. Auch dieser Service, bei dem Apotheken die Arzneimittelkosten des Privatpatienten direkt mit der Versicherung abrechnen, sei ein wichtiges Wettbewerbsinstrument, so Laue. /

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