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Zahl der Erkrankungen durch Zeckenstiche gesunken

26.03.2013  17:56 Uhr

dpa / In Deutschland sind 2012 deutlich weniger Menschen durch Zeckenstiche erkrankt als in den vergangenen Jahren. Die Zahl der Fälle der von Zecken übertragenen Borreliose sei um 20 bis 30 Prozent niedriger ausgefallen als sonst, sagte der Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Borrelien, Jochen Fingerle, in Erfurt. Es habe etwa 24 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner gegeben. In den Vorjahren waren es im Durchschnitt 30 Fälle pro 100 000 Einwohner gewesen. Die Ursache für den Rückgang sei bisher nicht bekannt.

Die durch Bakterien (Borrelien) verursachte Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Auch bei der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls von Zecken übertragen werden kann, gab es nach Daten des Robert-Koch-Instituts 2012 einen spürbaren Rückgang der registrierten Erkrankungen in Deutschland: Demnach traten im vergangenen Jahr 195 FSME-Fälle auf. 2011 waren noch 423 Menschen an FSME erkrankt. 2010 wiederum waren nur 296 FSME-Fälle registriert worden. Forschern zufolge gibt es seit Jahren große Schwankungen bei den Erkrankungsfällen durch Zeckenbisse. Ob sich 2012 die kurze, aber heftige und weitgehend schneelose Kältephase zu Jahresbeginn auf die Aktivität der Zecken ausgewirkt habe, sei jedoch offen.

Nach Angaben von Fingerle werden die Erkrankungsfälle nur in den ostdeutschen Bundesländern, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland statistisch erfasst. Insgesamt sei ihre Zahl seit 2006 gesunken.

 

Typisches Anzeichen für eine Borreliose ist ein roter Hautring, der sich um die Einstichstelle ausbreitet. Weitere Symptome sind Gelenk- und Muskelschmerzen, Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen und Hautveränderungen. Wird die Krankheit nicht frühzeitig erkannt, sind Spätfolgen wie Gelenkentzündungen (Arthritis), Herzmuskel- oder Nervenentzündungen möglich. Anders als bei FSME, die unter anderem eine Hirnhautentzündung auslösen kann, gibt es gegen Borreliose keine Schutzimpfung. Deshalb wird bei Spaziergängen in freier Natur zu langen Hosen und langärmeliger Kleidung geraten. Aktiv werden Zecken nach Angaben der Forscher, wenn über einige Tage hinweg Temperaturen zwischen acht und zehn Grad Celsius erreicht werden./

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