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HIV bei Frauen häufig spät erkannt

11.03.2015
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Unnötig viele Frauen in Deutschland erkranken an Aids, weil ihre HIV-Infektion zu spät erkannt wird. Darauf weist die Deutsche Aids-Hilfe in einer Pressemitteilung hin.

 

Da Frauen nicht zu einer der Haupt­risikogruppen zählen, werden sie häufig trotz entsprechender Symptomatik nicht auf HIV getestet. Die Folge: Frauen sind überproportional häufig von Spätdiag­nosen betroffen. 

So erfolgten 41 Prozent der HIV-Diagnosen bei Frauen im Jahr 2013 bei bereits weit fortgeschrittenem Immundefekt, wobei der Durchschnitt in Deutschland bei 31 Prozent liegt, informiert die Aids-Hilfe. Eine Auswertung der Daten von 550 Patientinnen der Uniklinik Düsseldorf ergab, dass bei 80 Prozent von diesen die Zahl der Helferzellen bei der HIV-Diagnose bereits unter 350 pro μl Blut lag – also unter der Grenze, ab der eine Therapie dringend empfohlen wird.

 

Frauen, die das Risiko einer HIV-Infektion gehabt haben könnten, sollten sich testen lassen. »Der Test ermöglicht im Fall einer HIV-Infektion eine rechtzeitige Therapie und damit ein langes und weitgehend normales Leben«, betont Sylvia Urban vom Vorstand der Aids-Hilfe. »Ärzte sollten sich zu den Symptomen von HIV fortbilden und in Erwägung ziehen, dass ihre Patientinnen infiziert sein könnten, auch wenn die Frauen nicht zu den klassischen Betroffenengruppen gehören.«

 

Auf eine HIV-Infektion können Symptome wie Nachtschweiß, Fieber, hartnäckiger Husten, Durchfall, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellung und eine erhöhte Infektanfälligkeit hindeuten. Viele nicht auf HIV spezialisierte Ärzte können Folgeerkrankungen wie rezidivierende Pilzerkrankungen und bakterielle Lungenentzündungen nicht richtig deuten. Weder die Ärzte noch die Frauen denken an eine HIV-Infektion, weil die Patientinnen nicht zu den am stärksten betroffenen Gruppen wie schwule Männer oder Drogenkonsumenten gehören. So kommt es zu vermeidbaren schweren Gesundheitsschäden, teilweise mit tödlichen Folgen. /

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