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Grippekomplikation
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Auch Kinder ohne Vorerkrankungen in den USA betroffen

Die akute nekrotisierende Enzephalopathie ist eine seltene, aber gefährliche Komplikation der Grippe. Dass diese auch bei gesunden Kindern auftreten kann, zeigt nun eine Fallserie aus den USA.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 07.10.2025  15:00 Uhr

Großteil der Betroffenen war nicht geimpft

Von 38 Patienten mit verfügbarer Impfanamnese waren nur 6 (16 Prozent) gegen Grippe geimpft. Die Impfung wird in den USA allen Kindern ab einem Alter von sechs Monaten empfohlen. In Deutschland hingegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung nur für Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wie chronischen Atemwegserkrankungen, Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die meisten Patienten erhielten mehrere immunmodulatorische Behandlungen, darunter Methylprednisolon (95 Prozent), intravenöses Immunglobulin (66 Prozent), Tocilizumab (51 Prozent), Plasmapherese (32 Prozent), Anakinra (5 Prozent) oder intrathekales Methylprednisolon (5 Prozent). Trotz multimodaler Behandlung verstarben elf Patienten (27 Prozent). Von den 27 Überlebenden wiesen 63 Prozent nach 90 Tagen eine mindestens mittelschwere Behinderung auf.

In Anbetracht der hohen Mortalität und Morbidität bei zuvor überwiegend gesunden Kindern durch eine Influenza-assoziierte ANE bekräftigt Dr. Timothy M. Uyeki von der Gesundheitsbehörde CDC in einem begleitenden Editorial die Notwendigkeit der Grippeimpfung für alle Kinder ab sechs Monaten in den USA. 

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