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Bielefeld
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Apothekerin legt sich mit AfD an

Die Bielefelder Apothekerin Elisabeth Kutter hat eine deutliche Videobotschaft an Sympathisanten der Alternative für Deutschland (AfD) auf Facebook gepostet: »Bitte meide meine Apotheke«. Die Partei gilt als rechtsextremer Verdachtsfall. Kutter gerät ins Visier der Rechten, erhält aber auch Zustimmung.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 16.10.2026  15:10 Uhr

Elisabeth Kutter ist Inhaberin der Panda-Apotheke an der Radrennbahn in Bielefeld. Mit einem Facebook-Video zieht die Apothekerin die Aufmerksamkeit auf sich. In ihrem »politischen Post« richtet die Apothekerin das Wort an Menschen, die die  AfD unterstützen: »Bitte meide meine Apotheke, meide mein Team, meide mein Umfeld«.

Kutter habe ihre Apotheke auf der Seite »Wirtschaft widerspricht« registriert, erklärt sie weiter in dem Video. »Ein Orientierungszeichen, an dem Konsument:innen im Alltag erkennen, welche Unternehmen die AfD ablehnen und nachvollziehbar für Menschenwürde, Demokratie und ein diskriminierungsfreies Miteinander einstehen«, heißt es auf deren Seite. Angeboten wird eine erkennbare Plakette für Websites, Schaufenster oder Ladentüren.

Kritik und Hass im Netz

Die Apothekerin erntet im Netz massive Kritik. »Hass hat ein Gesicht. Hier werden AfD-Wähler nicht bedient. Kennt man aus 1933-45 in Deutschland«, schreibt ein Nutzer. Einige nehmen das Video zum Anlass, der Apothekerin den Versorgungsauftrag und den Kontrahierungszwang zu erklären. Kutter erwidert in einem weiteren Video: »Meine Apotheke ist kein politischer Ort. Wir werden darüber mit niemandem diskutieren. Ich habe die Haltung und stehe für mein Team, und wir sind da in der Panda-Apotheke, weil wir uns um eure Gesundheit kümmern«, erklärt die Apothekerin.

Die Position der Apothekerin hat Folgen: Ihre Bewertungen auf Google werden offenbar schlechter, wie die Apothekerin selbst angibt. Von 4,7 Sternen sei diese auf 3 gefallen. »Macht weiter so, viel Spaß«, wünscht die Apothekerin. Einsehbar sind die Bewertungen aktuell allerdings nicht. Abgesehen davon sind die Reaktionen auf das Video extrem beleidigend. Neben altersdiskriminierenden und sexistischen Beleidigungen sowie Alkoholismus- und Medikamentenmissbrauchsunterstellungen findet man paradoxerweise Anfeindungen, dass Kutter »rassistisch« gegenüber AfD-Wählenden sei.

Zu differenzieren: Service und Sympathie

Dass AfD-Anhängende nicht bedient werden, sagt Kutter nicht, sondern stellt in einem weiteren Video nach dem Vorwurf, dass sie gegen den Versorgungsauftrag verstoße, klar: »Natürlich werdet ihr bedient. Natürlich bekommt ihr eure Medikamente, und ihr bekommt den gleichen hervorragenden Service, den wir allen Kunden anbieten, aber mögen tu ich euch trotzdem nicht. Ihr seid halt einfach nicht willkommen, das ist alles.« Dennoch erntete die Bielefelder Apothekerin einen Shitstorm: Reaktionsvideos rechter Contentcreator auf diversen sozialen Plattformen.

Die Rechtsgesinnten scheinen ein Problem mit Diskriminierung zu haben, wenn sie die vermeintlich Diskriminierten statt der Diskriminierenden sind. Auch Mitarbeitende der Panda-Apotheke seien Ziel von Beleidigungen und Beschimpfungen geworden, erzählt Kutter in einem weiteren Video. »Das Telefon klingelt, es wird nach Adolf Hitler gefragt.« Ihre Mitarbeitenden seien auch gefragt worden, ob sie denn schon eine neue Arbeitsstätte hätten. Weitere Apotheken in Bielefeld seien kontaktiert worden, um die Panda-Apotheke zu diffamieren. Durch pausenlose Anrufe und Massenmails versuche man, den Server lahmzulegen.

Die Apothekerin erntet allerdings auch breite Zustimmung. »Sehr mutig, super, Respekt« und »Sehr gut, nicht unterkriegen lassen! Wir sind viel mehr« sind abgesehen von Dankesbekundigungen in den Kommentaren zu finden.

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