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Zwischenbilanz Ukraine-Hilfe
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Apotheker ohne Grenzen warnt vor prekärer Lage

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine organisiert Apotheker ohne Grenzen Deutschland (AoG) die Lieferung von lebensnotwendigen Medikamenten in das von Angriffen gezeichnete Land. Nach sechs Monaten gibt die Hilfsorganisation einen Zwischenbericht. AoG-Mitarbeiter machen auf eine sich verschlechternde Situation vor Ort und eine immer prekärer werdende Versorgungslage aufmerksam. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.09.2022  14:00 Uhr
Zahlreiche Bedarfsanfragen aus ukrainischen Kliniken

Zahlreiche Bedarfsanfragen aus ukrainischen Kliniken

Auch weiterhin erhält AoG nach eigenen Angaben zahlreiche Bedarfsanfragen aus ukrainischen Kliniken. Bei der Organisation der Arzneimittellieferungen direkt zu den Empfängerkrankenhäusern setze die Hilfsorganisation auf schon vorhandene langjährige Partnerschaften wie etwa mit dem Medikamentenhilfswerk Action Medeor, der Hilfsorganisation Johanniter oder dem Verein German Doctors.

Mittlerweile konnte AoG laut Zwischenbericht auch eine Vielzahl von neuen Partnerschaften etablieren. So arbeitet die Organisation eng mit dem Verein Blau-Gelbes Kreuz aus Köln zusammen. Diese schon nach der Annexion der Krim gegründete Hilfsorganisation sei durch ihre Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern mit ukrainischen Wurzeln sehr gut vor Ort vernetzt, sodass auch die Kliniken in abgelegenen oder frontnahen Gebieten der Ukraine über direkte, dezentrale Medikamententransporte erreicht werden könnten. Mit Unterstützung von Universitätskliniken im Raum Nordrhein würden beispielsweise Medikamente beschafft, die in sogenannten Trauma-Kits zusammengestellt werden und vor allem für die Versorgung von Patienten mit Kriegsverletzungen essenziell sind. Diese Kits hätten sich sowohl für die Verwendung in Kliniken in den umkämpften Gebieten als auch in kleinerer Form als »Rescue Backpacks« für Feldeinsätze bewährt.

Spenden dringend notwendig

Um auch zukünftig die Menschen in der Ukraine mit lebensnotwendigen Arzneimitteln versorgen zu können, ist Apotheker ohne Grenzen weiterhin dringend auf Spenden angewiesen. Dies gilt auch für die zahlreichen anderen Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, in denen Apotheker ohne Grenzen auch weiterhin parallel zum Ukraineeinsatz aktiv ist.

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