Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Krankenhauspharmazie
-
Apotheker im digitalen Medikationsprozess

Beim digitalen Medikationsprozess sind Apotheker unersetzlicher Bestandteil eines interprofessionellen Teams. Das machten zwei Stationsapothekerinnen beim ADKA-Kongress in Nürnberg deutlich.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 17.05.2024  11:00 Uhr
Apotheker im digitalen Medikationsprozess

Das Ziel des ADKA – Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker ist die wirksame, sichere und kostengünstige Arzneimitteltherapie aller Patienten im Krankenhaus. »Das wird am besten sichergestellt durch einen geschlossenen Medikationsprozess«, leitete Marie Kolnisko vom Klinikum Oldenburg ins Thema ein. Die Basis dafür bilden die durchgängige Digitalisierung des Verordnungsprozesses ebenso wie der flächendeckende Einsatz von Stationsapothekern.

2022 waren es bereits etwa 25 Prozent der deutschen Kliniken, die den digitalisierten Medikationsprozess fast vollständig umgesetzt haben, berichtete sie und verwies auf eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2022 als Maßnahme des fünften Aktionsplans AMTS. »Ich finde, darauf lässt sich durchaus aufbauen.« Apotheker seien dabei zwar Bestandteil des digitalen Medikationsprozesses, doch bei der Involvierung in die Teilprozesse des Closed-Loop-Medication-Managements sowie bei der Prozessgestaltung an sich sei noch »Luft nach oben.«

Apotheker erhöhen AMTS

Welche Möglichkeiten und Hürden dieser geschlossene Medikationsprozess mit sich bringt und wie sich Apotheker einbringen können, legte Nina Michalowski vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf dar.

So sei die elektronische Verordnung, die am Anfang dieses Prozesses steht, noch kein Garant für Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), stellte sie klar. Eine pharmazeutische Medikationsanamnese könne die Fehlerquote hier erheblich reduzieren. Die strukturierte Datenerhebung und Übertragung in die elektronische Patientenakte könne gewährleisten, dass die erfasste Medikation vollständig und korrekt ist. »Dadurch können wir die Patientensicherheit erhöhen.«

Trotz elektronischer Verordnung seien pharmazeutische Interventionen insbesondere im Bereich Indikation und Dosierung häufig nötig, schilderte sie mit Verweis auf eine Publikation aus dem Jahr 2022 (DOI: 10.3389/fphar.2022.1030406). Dabei würden Medikationsfehler frühzeitig abgefangen, bevor sie Patienten erreichen.

Mehr von Avoxa