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Legalisierungspläne
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Apotheken könnten Cannabis-Anbieter werden

Die Ampel-Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, die Cannabis-Abgabe zu legalisieren. Apotheken spielen im Koalitionsvertrag dabei keine Rolle. Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) hat nun aber einen Entwurf vorgelegt, nach dem die Apotheken durchaus involviert werden sollen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kritisiert die Cannabis-Legalisierungspläne der Ampel-Koalition. 
AutorKontaktdpa
Datum 19.10.2022  08:35 Uhr

Wann treten die Neuregelungen in Kraft?

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte vor gut einem Monat eine Cannabis-Legalisierung für kommendes Jahr in Aussicht gestellt. Allerdings hatte der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert noch im Juli gesagt, es sei eher unwahrscheinlich, dass das Gesetz zur Cannabis-Legalisierung vor 2024 in Kraft trete. Die Ampel-Koalition werde Ende dieses Jahres oder Anfang kommenden Jahres einen Entwurf dafür vorlegen.

Lauterbach hatte Ende Juni gesagt, dass etwa vier Millionen Erwachsene Cannabis nutzten. Es gebe einen großen Schwarzmarkt und organisierte Kriminalität in diesen Bereichen. Zudem seien Verunreinigungen zu beobachten, die teils auch beigefügt würden, um Menschen von Cannabis in andere Drogen zu überführen. «Der Cannabiskonsum in Maßen, gut abgesichert, in Qualität und ohne Beschaffungskriminalität ist etwas, was man akzeptieren muss und was zu einer modernen Gesellschaft dazugehört.»

Holetschek kritisiert Legalisierungspläne

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, die

Cannabis-Legalisierungspläne seiner Ampel-Koalition zu stoppen. Er warnte: »Damit droht – unabhängig von den bislang nicht bestätigten Einzelheiten – eine weitere Verharmlosung der Risiken durch diese Droge«, sagte er heute der Deutschen Presse-Agentur in München. Zudem sei Lauterbachs Einsatz »für diesen Irrweg« angesichts der wirklich drängenden Probleme in der Gesundheits- und Pflegepolitik reine Energie- und Ressourcenverschwendung.

Es dürfe nicht sein, dass die Hemmschwelle sinke und noch mehr Menschen als bisher Cannabis konsumieren. Aber genau diese Gefahr besteht bei der im Berliner Koalitionsvertrag geplanten Abgabe für »Genusszwecke«, so Holetschek. Wenn es stimme, dass sogar erlaubt werden solle, Cannabis online zu erwerben, sei das völlig unverantwortlich. »Zu den Cannabis-Risiken zählen neben der Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung negative Auswirkungen auf das Gedächtnis sowie auf Lern- und Denkleistungen«, sagte er. Zudem sei das Risiko für die Entwicklung einer psychotischen Erkrankung sowie weiterer psychiatrischer Erkrankungen erhöht.

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