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Pilotprojekt in Portugal
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Apotheken bieten HIV- und Hepatitis-Screening an

In der Metropolregion Lissabon bieten Apotheken seit April diesen Jahres ein Screening auf HIV, Hepatitis B und C verbunden mit einer Beratung an. Infektionen sollen so schneller erkannt und behandelt werden.
AutorKontaktPZ
Datum 05.06.2026  12:30 Uhr

In Portugal liegt die HIV-Neuinfektionsrate über dem europäischen Durchschnitt; insbesondere ist die Inzidenz später Diagnosen hoch. Nun sollen Apotheken mithelfen, Infektionen früh zu erkennen und die Betroffenen einer Behandlung zuzuführen. Dafür arbeitet der portugiesische Apothekerverband ANF mit der Patientenverband-Dachorganisation Plataforma Saúde em Diálogo und dem von Gilead Sciences gestifteten FOCUS-Programm zusammen. Das FOCUS-Programm setzt sich seit 2010 für lokale HIV- und Virushepatitis-Screening mit enger Verzahnung zwischen Gemeinden und Gesundheitssystem in den USA, Spanien und Portugal ein.

Die Kampagne ist zunächst auf vier Bezirke im Großraum Lissabon beschränkt und richtet sich an alle Personen ab 18 Jahren. In den Apotheken werden kostenlose Schnelltests auf HIV, Hepatitis B und C angeboten, begleitet durch eine Beratung davor und danach und gegebenenfalls Weiterleitung an eine Arztpraxis. Die Teilnahme ist freiwillig und vertraulich. Auf Wunsch wird die Testung auch anonym durchgeführt.

Bei einem positiven Ergebnis kontaktiert die Apotheke zudem mit Einverständnis des Betroffenen einen sogenannten Patientennavigator der anderen teilnehmenden Organisationen. Dieser begleitet den Betroffenen auf dem weiteren Weg durch das Gesundheitssystem und unterstützt die zeitnahe diagnostische Abklärung und Initiierung einer Behandlung.

Jaime Melancia, Präsident von Plataforma Saúde em Diálogo, betont, dass »Apotheken aufgrund des Vertrauens, das sie bei den Menschen genießen, eine wichtige Anlaufstelle sind, um Personen zu erreichen, die sich andernfalls diesen Vorsorgeuntersuchungen möglicherweise nicht unterziehen würden«.

Der Nationale Apothekerverband weist zudem darauf hin, dass Apotheken aufgrund ihrer Erfahrung, ihrer Nähe zur Bevölkerung und ihres Vertrauensverhältnisses zu den Gemeinden in einer privilegierten Position seien, um aktiv zur öffentlichen Gesundheit beizutragen. ANF-Präsidentin Ema Paulino betonte, dass dieser Kontext entscheidend sei, um die Hindernisse zu überwinden, die mit dem Stigma verbunden sind, das diese Infektionen nach wie vor umgibt, und um während des gesamten Prozesses ein sicheres und vertrauenswürdiges Umfeld zu gewährleisten.

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