| Laura Rudolph |
| 12.02.2026 12:00 Uhr |
Die Forschenden geben ihre Ergebnisse über den Regressionskoeffizienten b an. Er beschreibt, um wie viele Standardabweichungen sich der Alterungsscore verändert, wenn eine Person geimpft ist. Negative b‑Werte stehen für ein günstigeres biologisches Altern, positive für ein ungünstigeres.
Lag die Impfung weniger als drei Jahre zurück, zeigten sich signifikante Vorteile hinsichtlich epigenetischer (b: –0,21) und transkriptomischer Alterung (b: –0,22) sowie ein besserer Gesamtscore (b: –0,18). In diesem Zeitraum zeigten sich allerdings keine signifikanten Effekte auf Entzündungen, angeborenes und erworbenes Immunsystem, kardiovaskuläre Parameter und Neurodegeneration.
Mehr als drei Jahre nach der Impfung verbesserten sich Entzündungsparameter (b: –0,17) und das angeborene Immunsystem (b: –0,09). Der günstige Effekt auf epigenetische (b : –0,13) und transkriptomische Alterung (b: –0,16) hielt an, fiel allerdings etwas schwächer aus. Der Gesamtscore blieb gleich (b: –0,18). Die adaptive Immunfunktion verschlechterte sich leicht (b : 0,13). Weiterhin nicht signifikant blieben Effekte auf kardiovaskuläre Hämodynamik und Neurodegeneration.
Zusammengenommen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Gürtelrose‑Lebendimpfung zunächst mit einer Verringerung der epigenetischen und transkriptomischen Alterung sowie einem besseren Gesamtscore verbunden ist. Dieser Effekt hielt mehrere Jahre an. In der späteren Phase zeigte sich zusätzlich ein verzögerter Zusammenhang mit niedrigeren Entzündungswerten und einer besseren Funktion des angeborenen Immunsystems, während sich die adaptive Immunfunktion leicht verschlechterte.
»Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Impfung gegen Gürtelrose wichtige Bereiche beeinflusst, die mit dem Alterungsprozess zusammenhängen«, schlussfolgert Crimmins in einer Pressemitteilung der USC. Da eine Beobachtungsstudie jedoch keinen kausalen Zusammenhang belegen kann, muss die Verbindung zwischen einer Gürtelrose-Impfung und einer möglichen Verzögerung biologischer Alterungsprozesse in Interventionsstudien weiter überprüft werden – zumal in der aktuellen Untersuchung der Lebendimpfstoff verwendet wurde und nicht der heute gebräuchliche Totimpfstoff.
Für den Totimpfstoff Shingrix gibt es bereits Hinweise auf einen möglichen Schutz vor Demenz. Vermutlich spielt dabei das eingesetzte Adjuvans eine zentrale Rolle.