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Lange Nacht des Impfens
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Ansturm auf impfende Apotheken

Von 19- bis weit über 70-Jährigen, Kinderkrankenschwestern, Ärzten im Ruhestand und jungen Eltern: Das Spektrum der Besucher zur Langen Nacht des Impfens war extrem breit. Das Angebot kam sehr gut an. Ein Bericht aus Hamburg.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.10.2024  16:20 Uhr

Bei bestem Hamburger Schietwetter wird es langsam dunkel in der Hansestadt. Im zweiten Stock der Vita-Apotheke in Eimsbüttel begrüßt Inhaberin Melanie Tilgner die Besucher zur Langen Nacht des Impfens. Es gibt Getränke, Kekse, Luftballons und sogar einen Goodie Bag. Doch deswegen sind die vielen Menschen nicht gekommen. »Ich finde es super, dass man sich hier so niederschwellig impfen lassen kann, auch gleichzeitig gegen Corona und Grippe. Bei meinem Hausarzt habe ich trotz mehrfacher Nachfrage noch keinen Termin bekommen«, erzählt eine Frau um die 60. 

Jedes Alter ist hier am Dienstagabend vertreten, von der 19-Jährigen, die dem Kinderarzt entwachsen ist und noch keinen Hausarzt hat, sich aber ihrer kranken Mutter zuliebe impfen lassen möchte, über Krebspatienten mittleren Alters bis hin zum gebrechlichen Ehepaar mit Krücke und Rollator und Ärzten im Ruhestand. Es sind jedoch auch viele Menschen dabei, die selbst keine Risikofaktoren haben, aber sich und andere schützen wollen.

»Ich arbeite im Einzelhandel und habe zwei Kinder mit schlimmem Pseudokrupp«, erzählt eine Mutter. Ein frisch gebackener Vater wurde von seiner stillenden Frau geschickt. Er lässt sich überhaupt das erste Mal gegen Grippe impfen. Auch eine junge Pflegekraft von einer Kinder-Herz-Station ist dabei. Sie hatte keinen Termin und etwa eine Stunde geduldig gewartet, um dazwischen geschoben zu werden. »Ich wusste bislang gar nicht, dass man sich in der Apotheke gegen Grippe und Corona impfen lassen kann und habe es auf dem Weg von der Arbeit auf Instagram gesehen.« Bei ihrem Arbeitgeber sei die betriebsärztliche Impfung schlecht organisiert und während der Arbeitszeit nicht zu schaffen. »Ich wäre sonst an meinem freien Tag gegangen. Aber über den Link habe ich auf der Karte gesehen, dass die Apotheke hier direkt bei mir um die Ecke heute impft.«

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