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Kammer Schleswig-Holstein
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Alle Apotheken-Angebote im Sinne des Patienten

Corona-Impfungen, kontrollierte Cannabisabgabe, E-Rezept und pharmazeutische Dienstleistungen – hier können die Apotheken viel Gutes im Sinne der Menschen tun. Genau daran sollten sich Politik und alle Leistungserbringer orientieren und ihre Hausaufgaben machen, appellierte Schleswig-Holsteins Kammerpräsident Kai Christiansen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 18.11.2021  16:30 Uhr

Mitarbeitern mehr Verantwortung geben

So sehr sich die Apotheken und ihre Mitarbeiter über die Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen in der Pandemie freuen und auch neue Aufgaben übernehmen wollen – das alles wird nur mit mehr Personal gehen. Und hier besteht bereits ein riesiges Problem, dass sich in den kommenden Jahren noch immens verschärfen wird. Christiansen bezeichnete den Personalmangel als DAS drängendste Problem der Apotheken. »Hier müssen wir gewaltige Kraftanstrengungen betreiben, hier müssen wir bisher noch nicht mal gedachte Wege neu denken und bereit sein zu gehen.« Dazu gehöre auch, den PTA- und PKA-Beruf attraktiver zu machen und den Mitarbeitern mehr Verantwortung zu geben.

»Die PKA ist nicht mehr für die Warenbestellung und Lagerhaltung zuständig, sie arbeitet als Assistenz der Geschäftsführung im Bereich Ressourcen und Factoring. Die PTA verantwortet das Feld Customer Relationship und Pharmaceutical Sciences und die angestellten Approbierten besetzen die MedWiss- und Human Ressources-Abteilungen in unseren Apotheken«, zog Christiansen einen Vergleich zur Unternehmenswelt. Es gehe aber nicht einfach um neue Bezeichnungen, sondern um wirkliche Verantwortung, um tatsächliche Handlungsvollmacht in den einzelnen Gebieten, jedoch immer noch mit einem »Reporting« gegenüber den Approbierten.

Um überhaupt junge Menschen für einen Apothekenberuf zu begeistern, rief er alle Offizinen auf, trotz großer Arbeitslast weiterhin und noch mehr Praktikums- und Ausbildungsplätze anzubieten, nicht zuletzt schon für Schüler. Wenn die Apotheken mit Verweis auf »keine Zeit für die Ausbildung« nicht selbst für Nachwuchs sorgten, komme man nie aus dem Teufelskreis des Personalmangels heraus und nagele sich den eigenen Sarg zu. »Die Flamme der Begeisterung für den Beruf der Apothekerin und des Apothekers, für die Vielfältigkeit des PTA-Berufes und die enorme Systemrelevanz der PKA müssen wir in unseren Apotheken entzünden«, appellierte Christiansen an jeden einzelnen.

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