Action medeor warnt davor, dass es inzwischen ernste Beschaffungsschwierigkeiten gibt, weil verschiedene Medikamente in der Ukraine knapp werden. / © Action Medeor
Allein im September seien mindestens vier große pharmazeutische Logistikanlagen in der
Ukraine angegriffen und zum Teil zerstört worden, berichten die Partner des Hilfswerks. »Die Angriffe galten demnach nicht nur der kommerziellen Pharmaproduktion, sondern betrafen auch Lagerhäuser, die zur Lagerung humanitärer medizinischer Hilfsgüter genutzt wurden«, sagte Markus Bremers, Pressesprecher von action medeor. Mindestens 15 Angriffe auf Lagerhäuser mit humanitären medizinischen Gütern habe die Weltgesundheitsorganisation seit Jahresbeginn 2026 in der Ukraine verzeichnet.
Die Folgen dieser Angriffe wirken sich laut dem Medikamentenhilfswerk bereits unmittelbar auf die humanitäre Arbeit von action medeor und seiner ukrainischen Partner aus – zum Beispiel in Odessa, wo Action Medeor eine Sozialapotheke unterstützte, die Medikamente kostenfrei an Bedürftige ausgibt.
»Wir haben ernste Beschaffungsschwierigkeiten, weil verschiedene Medikamente in der Ukraine knapp werden«, sagte Igor Fedin, Gründer der Sozialapotheke. »Manche Lieferanten sind mittlerweile nicht mehr in der Lage, Bestellungen für ganze Gruppen von Medikamenten auszuführen«, so Fedin. In Odessa herrsche bereits ein akuter Mangel an bestimmten Medikamenten, die zur Behandlung von Schilddrüsenfehlfunktionen, zur Behandlung von Thrombosen oder zur Vorbeugung von Schlaganfällen benötigt würden.
»Für Patienten, die diese Medikamente kontinuierlich einnehmen, stellt eine Unterbrechung der Behandlung ein ernstes Gesundheitsrisiko dar«, betonte Fedin. »Und auch bei anderen Medikamenten bemerken wir, dass sie nach und nach verschwinden oder nicht mehr verfügbar sind.«
Hilfe soll nun aus Deutschland kommen. Action medeor habe damit begonnen, vor allem diejenigen Medikamente aus Deutschland zu beschaffen, die in der Ukraine fehlen. »Eine erste Hilfslieferung mit medizinischen Hilfsgütern werden wir in den nächsten Tagen auf den Weg bringen, eine zweite Lieferung mit speziellen Arzneien, die in der Ukraine knapp geworden sind, ist in Vorbereitung«, so Markus Bremers.
Finanziert wird diese Hilfe durch Spenden, weshalb sich action medeor mit einem aktuellen Aufruf an die Öffentlichkeit wendet: »Wir möchten vermeiden, dass Menschen an behandelbaren Krankheiten leiden oder sogar sterben müssen«, erklärte Bremers. »Aber wir können nur in dem Maße helfen, in dem wir von unseren Spenderinnen und Spendern mit Ressourcen ausgestattet werden. Daher bitten wir um Unterstützung und um Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, denen der Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten fehlt.«
Wer die Arbeit von action medeor unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. Spenden sind online unter www.medeor.de möglich, dort kann man auch seine Adresse für eine Spendenquittung hinterlassen. Klassisch geht es über IBAN DE78 3205 0000 0000 0099 93 bei der Sparkasse Krefeld, Spendenstichwort: »Nothilfe weltweit«.