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Apothekenproteste
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25.000 Protestierende auf der Straße

Klares Signal Richtung Berlin: Rund 25.000 Apothekenmitarbeitende haben gestern in vier Großstädten für ein angepasstes Honorar protestiert. Mit dem eindringlichen Appell soll Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in ihrem Kurs gestützt werden, die Honorarzusage aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 24.03.2026  10:30 Uhr

In Berlin, München, Düsseldorf und Hannover gingen die Teams auf die Straße, sammelten sich zu Kundgebungen an zentralen Plätzen, formulierten deutlich ihre Forderung, die Ankündigung im Koalitionsvertrag endlich ins Werk zu setzen; das Rx-Packungsfixum soll nach 13 Jahren Honorarstillstand auf 9,50 Euro angehoben werden.

Mit rund 10.000 Protestierenden kam in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf die größte Menge zusammen. Auf dem Burgplatz  zeigte sich ABDA-Präsident Thomas Preis, der zudem Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR) ist, überwältigt. Dass aus Nordrhein-Westfalen, aus Hessen und Rheinland-Pfalz so viele Protestierende angereist waren, sei ein »starkes Zeichen unseres Berufsstandes«, so Preis.

An Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) richtete Preis den Appell: »Handeln Sie jetzt!« Die Ministerin möge zu ihrem Wort stehen und die angekündigte Honoraranpassung umgehend umsetzen. Das anhaltende Apothekensterben wirke sich unmittelbar auf die Versorgung aus; mit jeder geschlossenen Apotheke verlängerten sich die Wege zur nächsten heilberuflich geführten Apotheke.

Ende Februar hatte die ABDA den 23. März zum bundesweiten Apotheken-Protesttag erklärt. Dieser Aufruf verfing offenkundig bei den Apothekenteams – 3500 Protestierende versammelten sich in München, 5000 in Hannover, 6000 in Berlin und in Düsseldorf 10.000. Bundesweit waren zahlreiche Apotheken geschlossen. »Das zeigt, wie sehr die Apotheken durch den Honorarstillstand belastet sind«, so Preis. 

In Bayerns Landeshauptstadt war der Odeonsplatz in der Innenstadt komplett voll, Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) sowie des Deutschen Apothekerverbands (DAV), konnte angesichts der Menge aus weißen Kitteln ein »Wow« nicht unterdrücken. »Klare Forderung: Fixum anpassen – jetzt!«, machte er deutlich.

Rückenwind aus der Landespolitik

Rückenwind bekamen Hubmann, die bayerische Kammerpräsidentin und stellvertretende Präsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK), Franziska Scharpf, und ABDA-Vorstandsmitglied Silke Laubscher aus der Landespolitik. Die CSU-Abgeordneten Carolina Trautner und Bernhard Seidenath forderten eine sofortige Umsetzung der Aussagen im Koalitionsvertrag. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) bekräftigte in einer Videobotschaft, dass Bayern zudem am Credo »Keine Apotheke oder Apothekerin oder Apotheker« festhalte.

In Berlin unterstrich Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) die Bedeutung der Apotheken für die Versorgung, wandte gleichzeitig ein, dass es angesichts der angespannten Finanzlage der Kassen Verteilungsprobleme gebe und es eine Reform brauche, »die nicht zulasten der Menschen geht«. Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apothekervereins und DAV-Vize, mochte dem Argument, dass kein Geld da sei, nicht folgen – für Vorstandsgehälter der Kassenspitzen, Werbekampagnen und Verwaltung sei offenkundig immer wieder welches da. »Liebe Politik, was braucht es denn noch? In Deutschland schließt jeden Tag mindestens eine Apotheke für immer«, mahnte Rüdinger. »Gute Versorgung muss fair vergütet werden. Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif!«

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