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Gesundheitswesen
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25 Prozent mehr Beschwerden wegen Diskriminierung 

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bekommt immer mehr Beschwerden von Menschen, die im Alltag Diskriminierung erleben. Betroffen ist auch das Gesundheitswesen. Hier stieg die Zahl der Beschwerden im Jahr 2025 um 25 Prozent an. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 04.06.2026  15:30 Uhr

Am Dienstag wurde der Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen sind beunruhigend. Insgesamt gab es 13.067 dokumentierte Fälle, in denen sich von Diskriminierung betroffene Menschen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt haben – 15 Prozent mehr als im Jahr 2024. 

Am häufigsten waren mit 43 Prozent Anfragen zu rassistischer Diskriminierung (4571). Der Anteil der Benachteiligungen wegen einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit lag bei 27 Prozent und mit 3015 Anfragen erstmals über 3000. Diskriminierungen wegen des Geschlechts machten mit 2407 Fällen etwa 22 Prozent der Anfragen aus. Doch auch Fälle von Altersdiskriminierung (12 Prozent), Religion und Weltanschauung (rund 7 Prozent) und sexuelle Identität (rund 4 Prozent) hatten einen signifikanten Anteil bei den Beschwerden. 

Die meisten Anfragen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes betrafen 2025 den Bereich Arbeit (3600 Anfragen). Hier ging es meistens um diskriminierende Stellenausschreibungen, Bewerbungsabsagen oder Mobbing. 

Zahlreiche Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen

Doch auch im Gesundheitswesen erleben viele Menschen Diskriminierung.  Die Antidiskriminierungsstelle verzeichnet im Bereich »Gesundheit und Pflege« einen Anstieg von Beratungsanfragen um fast 25 Prozent. Die Betroffenen beklagen beispielsweise fehlende Barrierefreiheit oder einen Ausschluss von Behandlungen/Untersuchungen, weil sie kein Deutsch sprechen. 

Außerdem gibt es zahlreiche Beschwerden von Menschen, die berichten, dass sie wegen eines ausländischen Namens nicht als Patienten aufgenommen oder bei einem Arztbesuch schlecht behandelt wurden. Immer wieder kommt es vor, dass die Betroffenen den Arztbesuch aus Angst vor Diskriminierung scheuen. Auch Menschen, die mit HIV infiziert sind, berichten, dass sie sich stigmatisiert fühlen und nicht oder nur widerwillig behandelt werden. 

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, zeigt sich angesichts der neuen Zahlen alarmiert und warnt vor sich verfestigenden rassistischen Einstellungen in Deutschland. Es müsse dringend gehandelt werden, da Rassismus nicht nur den Betroffenen, sondern der gesamten Gesellschaft schade.

»Rassismus und Diskriminierung verschwinden nicht von selbst – vor allem nicht, wenn Menschen das Gefühl haben, Diskriminierungen blieben folgenlos. Wichtig sind klare gesetzliche Regelungen, damit alle in Freiheit und Sicherheit leben können.«, so Ataman. 

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