OP-Aufklärung: Kinder helfen bei klarer Kommunikation |

Broschüren zur Aufklärung über chirurgische Eingriffe sind deutlich besser verständlich, wenn Kinder bei ihrer Erstellung helfen. Dazu kommen britische Autoren in einem Artikel der Weihnachtsausgabe des angesehenen «British Medical Journal». Die Forscher um Catrin Wigley von den Universitätskliniken Coventry und Warwickshire baten 57 Schulkinder im Alter von 8 bis 10 Jahren, verschiedene Informationsblätter zu Hüftgelenk-Operationen zu überarbeiten. Dafür erklärte ein Experte den Kindern zunächst, was bei einer solchen OP passiert. Anschließend sollten die Grundschüler selbst eine Patientenbroschüre darüber schreiben, wann eine solche OP nötig ist, welche Komplikationen auftreten können und was vor und nach dem Eingriff beachtet werden muss. Zusätzlich sollten sie ein passendes Bild dazu malen.
Die Erläuterungen waren klar und direkt: «Deine Hüfte ist alt und morsch» oder: «Sie hat ihr Haltbarkeitsdatum überschritten». Bei den Komplikationen wurde nichts beschönigt, woran sich die Mediziner ein Beispiel nehmen wollen. Zwei Kinder schrieben: «Du kannst eine Brustinfektion, Blutgerinnsel oder Hüftinfektion bekommen.» Auch die Bilder seien informativ und intelligent gewesen – und darüber hinaus in der Lage, den Patienten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Zwar könnten die Formulierungen nicht unbedingt 1:1 übernommen werden. Mediziner könnten jedoch daraus lernen, mehr alltagsnahe Sprache zu benutzen. Kinder könnten bei einer einfachen, relevanten Kommunikation helfen. Aus anderen Untersuchungen weiß man, dass klare Informationen über einen Test, eine Operation oder Pflegemaßnahme die Patienten weniger ängstlich und zufriedener macht. (dh)
DOI: 10.1136/bmj.j5565
14.12.2017 l PZ
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