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Heilpraktiker weisen «undifferenzierte Generalkritik» zurück

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In der Diskussion um die Zukunft der Heilpraktiker in Deutschland haben deren Verbände die jüngste Kritik an ihrem Berufsstand zurückgewiesen. Der Bund Deutscher Heilpraktiker spricht in einer Erklärung von einer undifferenzierten Generalkritik. Eine 17-köpfige Gruppe von Fachleuten um die Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert aus Münster hatte am Montag im Deutschen Ärzteblatt tiefgreifende Reformen des Heilpraktikerwesens gefordert.

 

«Wir wehren uns gegen diese einseitige Meinungsäußerung sogenannter Experten. Wir lassen uns unser Vertrauensverhältnis zu Patienten nicht zerstören», sagte der Präsident des Heilpraktiker-Bundes Ulrich Sümper laut Mitteilung. Zuvor hatte bereits der Fachverband Deutscher Heilpraktiker Kritik am «Münsteraner Memorandum» geübt. Präsident Christian Wilms vermutet, dass es darum gehe, unliebsame Konkurrenz loszuwerden.

 

Aus der Ärzteschaft wurde die Kritik an Heilpraktikern jedoch noch verstärkt. So meinte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst: «Heilpraktiker sind nicht die Lösung für bestehende Versorgungsprobleme und schon gar nicht ein Arzt-Ersatz. Im Gegenteil: Sie können eine Gefahr für die Patientensicherheit sein.»

 

Windhorst forderte eine Berufseinschränkung und stärkere Regulierung der Heilpraktiker. Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, forderte, invasive Maßnahmen und Krebsbehandlung von den zulässigen Tätigkeiten der Heilpraktiker auszunehmen.

 

23.08.2017 l dpa

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