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Nivolumab nun auch gegen Lungenkrebs

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Der monoklonale Antikörper Nivolumab (Nivolumab BMS®) hat die EU-Zulassung beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht kleinzelligen Lungenkarzinom mit plattenepithelialer Histologie nach Chemotherapie erhalten. Wie Hersteller Bristol-Myers-Squibb meldet, entfallen bis zu 30 Prozent aller Lungenkrebsfälle auf diesen Typus. Seit Mitte Juli befindet sich mit Opdivo® bereits ein Nivolumab-haltiges Präparat auf dem deutschen Markt, das zur Monotherapie des fortgeschrittenen, nicht resezierbaren oder metastasierten Melanoms bei Erwachsenen zugelassen ist. Um das Verfahren zu beschleunigen hatte der Hersteller die Zulassungen der beiden Präparate zunächst unter zwei verschiedenen Handelsnahmen beantragt, strebt aber zeitnah eine Zusammenführung unter dem Namen Opdivo an.

 

Nivolumab ist ein immunonkologischer Wirkstoff. Er bindet an den Immun-Checkpoint-Rezeptor PD-1 auf aktivierten T-Zellen. Das führt zu einer gesteigerten T-Zell-Aktivität gegen die Tumorzellen. Der Antikörper aktiviert das Immunsystem also gegen die Krebszellen, eine direkt gegen den Tumor gerichtete Wirkung besitzt der PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitor dagegen nicht.

 

Die Zulassung gegen Lungenkrebs basiert auf den Ergebnissen der Studie CheckMate-017. In dieser wurde Nivolumab, das alle zwei Wochen in einer Dosis von 3 mg pro kg Körpergewicht intravenös über 60 Minuten gegeben wurde, mit dem Therapiestandard Docetaxel, das alle drei Wochen in einer Dosis von 75 mg pro m2 intravenös verabreicht wurde, verglichen. Primärer Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben, das im Median bei gut neun Monaten unter Nivolumab lag im Vergleich zu sechs Monaten unter Docetaxel. Die Ein-Jahres-Überlebensrate betrug in der Nivolumab-Gruppe 42 Prozent gegenüber 24 Prozent unter Docetaxel. Im Nivolumab-Arm führten behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse bei 3,1 Prozent der Patienten zum Therapieabbruch, im Docetaxel-Arm bei 10,1 Prozent. Pneumonitis war mit 1,5 Prozent das häufigste behandlungsbedingte unerwünschte Ereignis, das im Nivolumab-Arm zum Therapieabbruch führte. (ss)

 

21.07.2015 l PZ

Foto: Fotolia/pabijan