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Herzschwäche: Sartan sorgfältig aussuchen

 

Candesartan und Valsartan könnten Irbesartan bei der Behandlung von Herzinsuffizienz überlegen sein. Darauf deuten neue Daten aus In-vitro- und Tierstudien des College of Pharmacy an der Nova-Southeastern-Universität in Florida hin. Die Pharmakologen um Professor Dr. Anastasios Lymperopoulos untersuchten dabei die Wirkung der AT1-Blocker auf die Aldosteron-Synthese. Eine erhöhte Produktion dieses Hormons kann laut Lymperopoulos zu erhöhtem Blutdruck, Kollagenablagerungen im Herzmuskel (Fibrose), Hypertrophie und Entzündung und damit letztlich zu Herzversagen führen. Nach einem Herzinfarkt ist der Aldosteron-Spiegel erhöht.

Vor Kurzem entdeckten die Wissenschaftler, dass das Protein β-Arrestin-1 an der Synthese von Aldosteron beteiligt ist. Nun untersuchten sie die hemmende Wirkung der drei Sartane auf den β-Arrestin-1-Signalweg in vitro und an Ratten nach einem Herzinfarkt, die β-Arrestin-1 übermäßig exprimierten und daher einen Hyperaldosteronismus entwickelten. Nach siebentägiger Behandlung mit Candesartan oder Valsartan sanken die Aldosteron-Spiegel der Tiere signifikant und die Herzfunktion verbesserte sich, nicht jedoch unter Irbesartan. Candesartan reduzierte zudem die Fibrose am Herzen, schreiben die Forscher im «Journal of the American College of Cardiology».

Laut der Studienautoren decken sich ihre Ergebnisse mit Beobachtungen aus klinischen Studien, bei denen Irbesartan bei Herzschwäche schlechter abschnitt. Sie empfehlen daher praktizierenden Ärzten, bei Herzinsuffizienz-Patienten mit Hyperaldosteronismus eher auf Candesartan oder Valsartan zurückzugreifen. (dh)

DOI: 10.1016/j.jacc.2014.09.070

 

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04.02.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Fisher Photostudio (Symbolbild)