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Online-Glücksspiele: EU will Bürger besser schützen

 

Die Europäische Kommission will Bürger künftig besser vor den Gefahren von Online-Glücksspielen schützen. Eine entsprechende Empfehlung für ihre Mitgliedstaaten hat die Kommission heute verabschiedet. Ziel sei es, «die Gesundheit von Verbrauchern und Spielern zu schützen und mögliche wirtschaftliche Schäden, die durch zwanghaftes oder übermäßiges Spielen entstehen können, zu minimieren», heißt es in dem Papier.

 

In Europa spielen mehr als sieben Millionen Menschen Online-Glücksspiele, Tendenz steigend. Gründe hierfür sind der Kommission zufolge die rasante Entwicklung der Online-Technologie und die zunehmende Verbreitung etwa von internetfähigen Mobiltelefonen und Tablets. Zwischen 0,1 und 0,8 Prozent der erwachsenen EU-Bürger spielen der Kommission zufolge bereits in pathologischem Ausmaß, weitere 0,1 bis 2,2 Prozent zeigen zumindest ein potenziell problematisches Spielverhalten. Die EU empfiehlt ihren Mitgliedstaaten deshalb, strengere Regeln im Zusammenhang mit Online-Glücksspiel und der dazugehörigen Werbung einzuführen.

 

So sollten einschlägige Internetseiten grundsätzlich über die Risiken des Glücksspielens aufklären, heißt es in der Empfehlung. Minderjährige sollten überhaupt keinen Zugang zu Glücksspielseiten haben und auch von entsprechender Werbung verschont bleiben. Sichergestellt werden könne dies unter anderem durch sogenannte Spielerkonten, bei denen Verbraucher nur spielen können, wenn sie zuvor Alter und Identität verifiziert haben, so die Kommission weiter. So könnten Betreiber auch bei problematischem Spielverhalten rechtzeitig einschreiten. Außerdem sollten Spieler die Möglichkeit bekommen, bereits bei der Registrierung ein finanzielles oder zeitliches Limit festzusetzen und bestimmte Internetseiten für den eigenen Gebrauch problemlos selbst sperren können, schlägt die Kommission vor.

 

Daneben empfiehlt sie ihren Mitgliedstaaten strengere Vorgaben für Glücksspielseiten-Werbung und -Sponsoring. Anzeigen sollten keine falschen Versprechungen im Hinblick auf die Gewinnchancen enthalten dürfen und nicht suggerieren, dass sich durch Glücksspiele soziale oder finanzielle Probleme lösen lassen, heißt es in der Empfehlung.

 

Ilona Füchtenschnieder, Vorsitzende des Fachverbands Glücksspielsucht, begrüßte die Vorschläge der EU-Kommission. «Gerade die freiwillige Selbstsperrung hat sich im Bereich der Spielbanken sehr bewährt», sagte sie der Pharmazeutischen Zeitung. Eine Empfehlung auf rein freiwilliger Basis hat Füchtenschnieder zufolge jedoch nur wenig Sinn: «Die Regeln müssen rechtlich verbindlich sein und Betreiber bei Nichtbeachtung mit Sanktionen rechnen. Ansonsten bleiben die guten Vorschläge wirkungslos.» (ah)

 

14.07.2014 l PZ

Foto: Fotolia/pedrosala