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Diabetes: Der dritte SGLT-2-Hemmer im Bunde

 

Nach Dapagliflozin (Forxiga®) und Canagliflozin (Invokana®) hat mit Empagliflozin (Jardiance®) das dritte Antidiabetikum aus der Klasse der SGLT-2-Inhibitoren die EU-Marktzulassung erhalten. Das melden die Hersteller Boehringer Ingelheim und Lilly. Die Europäische Kommission stimmte der Zulassung von Empagliflozin als einmal täglich zu verabreichende Tablette in den Dosierungen 10 mg und 25 mg zu. Die Behandlung ist indiziert, wenn durch Diät und Bewegung alleine keine ausreichende glykämische Kontrolle erreicht werden kann. Der Wirkstoff erhielt eine Zulassung für die Add-on-Kombinationstherapie in Verbindung mit weiteren, den Blutzuckerspiegel senkenden Arzneimitteln einschließlich Insulin, wenn damit die Blutzuckerkontrolle unzureichend ist. Darüber hinaus darf Empagliflozin auch als Monotherapeutikum zum Einsatz kommen, wenn die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit als ungeeignet erachtet wird.

 

Grundlage der Zulassung ist ein klinisches Studienprogramm mit mehr als 13.500 Typ-2-Diabetikern. Der neue SGLT-2-Hemmer konnte in den Studien in der 10-mg- und in der 25-mg-Dosierung den HbA1c-Wert sowohl in der Monotherapie als auch in Kombination mit anderen Antidiabetika signifikant senken. Die häufigsten Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo waren Genitaltrakt- und Harnwegsinfektionen sowie eine gesteigerte Urinausscheidung. Diese Nebenwirkungen sind für SGLT-2-Hemmer aber nicht ungewöhnlich und erklären sich aus dem Wirkmechanismus der Substanzen.

 

Normalerweise wird Glucose in den Nieren glomerulär filtriert und später im proximalen Tubulus aktiv rückresorbiert. SGLT 2, ein Natrium-abhängiger Glucose-Co-Transporter (sodium dependent glucose transporter, SGLT), ist der Haupttransporter, der für die Wiederaufnahme von Zucker an dieser Stelle verantwortlich ist. 90 Prozent der renalen Glucose-Reabsorption laufen über ihn. Durch die selektive Blockade von SGLT-2 lässt sich die Rückresorption von Zucker reduzieren und somit die Ausscheidung überschüssiger Glucose mit dem Harn forcieren. Im Gegensatz zu anderen oralen Antidiabetika senken SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin, Dapagliflozin und Canagliflozin die Glucoselast im Blut damit unabhängig von der Betazellfunktion und einer Insulinresistenz. (ss)

 

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Wirkstoffprofil Dapagliflozin (Forxiga® / 2012) und Canagliflozin (Invokana® / 2014) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

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23.05.2014 l PZ

Foto: ABDA