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Botox jetzt auch für Fußspastik nach Schlaganfall

Das Botulinumtoxin-A-haltige Arzneimittel Botox® hat eine Zulassungserweiterung zur Behandlung einer fokalen Spastizität des Fußgelenks bei erwachsenen Schlaganfallpatienten bekommen. Die Indikationserweiterung beziehe sich ausdrücklich nur auf das Präparat Botox, teilte Hersteller Allergan mit.

 

Das Toxin soll im unteren Beinbereich den Muskeltonus verbessern, sodass die Funktion des Fußgelenks verbessert wird. Eine bessere Mobilität und weniger Schmerzen für die betroffenen Patienten sind die Folge. «Auch Patienten, die schon seit vielen Jahren an diesem Krankheitsbild leiden, können in hohem Maße profitieren», sagte Professor Dr. Jörg Wissel, Facharzt für Neurologie sowie Rehabilitationswesen und Chefarzt am Vivantes-Klinikum Spandau in einer Mitteilung von Allergan. Diese Patienten seien sonst häufig bei alltäglichen Tätigkeiten wie An- und Ausziehen und dem Gang zur Toilette beeinträchtigt.

 

Im Vordergrund steht die muskelentspannende Wirkung von Botox, wodurch Fehlhaltung, Bewegungseinschränkung und Schmerzen gemindert und die betroffene Extremität für begleitende Maßnahmen wie die Physiotherapie besser zugänglich gemacht werden kann, so Professor Dr. Wolfgang Jost, Chefarzt der Neurologie in Wolfach und Leiter der Botulinumtoxin‐Ambulanz der Uniklinik Freiburg.

 

Nach Angaben von Allergan erleiden in Deutschland jährlich etwa 196.000 Menschen einen Schlaganfall, den drei von vier Betroffenen überleben. Rund ein Drittel dieser Überlebenden, also schätzungsweise knapp 50.000 Patienten, entwickelt eine Spastik, die wiederum in zwei von drei Fällen das Hand- und Fußgelenk betrifft. (db)

 

22.05.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Gresei