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Pille danach: DrEd ermöglicht Direktabgabe in Apotheken

Die Pille danach ist hierzulande ab sofort auch kurzfristig ohne Rezept eines deutschen Arztes in einigen Apotheken erhältlich. Die britische Internetpraxis DrEd hat eine entsprechende Vereinbarung mit allen Apotheken getroffen, die mit dem Rezeptdienst Ordermed kooperieren, wie ein Pressesprecher von DrEd bestätigte. Demnach können Patientinnen das Notfallkontrazeptivum bereits eine Stunde nach Bestellung im Internet vor Ort in der Apotheke abholen oder direkt nach Hause liefern lassen.

 

Ziel sei es, eine schnellere Verfügbarkeit der Pille danach zu gewährleisten als bisher, heißt es bei DrEd. Die Pille danach zählt zwar schon länger zum Angebot der Internetärzte. Frauen mussten lediglich einen Fragebogen ausfüllen und eine Gebühr von 25 Euro zahlen für eine entsprechende Verordnung. Bislang erfolgte die Lieferung aber über eine Online-Apotheke. Diese zeitliche Verzögerung ist problematisch, da die Pille danach innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden muss.

 

Jetzt soll es deutlich schneller gehen. Hat die Patientin online das Rezept erhalten, faxt DrEd es umgehend an eine Ordermed-Apotheke der Wahl. Dort könne sich die Frau das Medikament dann innerhalb einer Stunde abholen, so der Sprecher. Gesetzlich sei das Angebot abgesichert, heißt es. Im Rahmen der Notfallversorgung sei es möglich, zunächst eine Kopie des Rezeptes vorzulegen und das Original später nachzureichen.

 

In Deutschland ist die Pille danach bislang nur auf Rezept erhältlich. Zahlreiche Politiker und auch die ABDA fordern zwar das Notfallkontrazeptivum aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Gleichzeitig soll aber über eine apothekenpflichtige Abgabe eine ausreichende Beratung der Patientinnen sichergestellt werden. Das Geschäftsmodell einer virtuellen Internetpraxis stößt hierzulande daher auf wenig Gegenliebe. »Es drohen große Risiken, wenn Patienten ohne persönlichen Kontakt zum Arzt ein Arzneimittel verschrieben wird«, sagte CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer erst kürzlich gegenüber der PZ. (et)

 

26.09.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Kasco (Symbolbild)