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Brustkrebs: Neue Metaanalyse zu Bevacizumab

 

Das Krebsmittel Bevacizumab (Avastin®) verzögert bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs zwar das Fortschreiten der Erkrankung leicht. Einen Einfluss auf das Gesamtüberleben hat der monoklonale Antikörper jedoch nicht. Zu diesem Schluss kommen die Autoren eines neuen Cochrane-Reviews. Sie bestätigen damit das Urteil der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, die Bevacizumab mit dieser Begründung im November 2011 die Zulassung in dieser Indikation entzog. Die FDA bewertete das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Bevazizumab-Therapie bei fortgeschrittenem Mammakarzinom als negativ. Eine andere Einschätzung vertritt bislang die europäische Arzneimittelbehörde EMA, die das progressionsfreie Überleben als Surrogatparameter für das Gesamtüberleben gelten lässt.

 

Die Cochrane-Forscher um Anna Dorothea Wagner von der Universität Lausanne hatten sieben Studien mit insgesamt 4032 Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs ausgewertet. Diese erhielten entweder nur die übliche Chemotherapie oder zusätzlich Bevacizumab. Ein Fortschreiten der Erkrankung oder der Tod ließen sich durch die zusätzliche Bevacizumab-Gabe um einen bis sechs Monate verzögern, abhängig von der Basistherapie. Lebensqualität und Gesamtüberleben steigerte Bevacizumab jedoch nicht. «Ob Patienten wirklich davon profitieren, ist umstritten», resümiert Studienleiterin Wagner. Aus ihrer Sicht sollten Pharmafirmen bei der Entwicklung neuer Medikamente das Gesamtüberleben in den Mittelpunkt stellen. (db)

 

doi: 10.1002/14651858.CD008941.pub2

 

Lesen Sie dazu auch

Wirkstoffprofil Bevacizumab (Avastin® / 2005) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

Brustkrebs: Aus für Avastin in den USA, Meldung vom 21.11.2011

Bevacizumab bei Brustkrebs: Nutzen oder nicht – das ist die Frage, PZ 28/2011

 

11.07.2012 l PZ

Foto: Roche