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Westfalen-Lippe will Notdienst reformieren

 

Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hat eine Reform des Notdienstes beschlossen: weg von starren Notdienstkreisen, hin zu überregionalen Knotenpunkten. Die Anpassung soll Patienten weite Wege ersparen, die sie zum Teil seit Reform des ärztlichen Notdienstes im Jahr 2010 in Kauf nehmen müssen. So kann es vorkommen, dass die angegebene diensthabende Apotheke von der Praxis aus gesehen in Gegenrichtung des Heimwegs liegt. Das liegt daran, dass bisher ein Informationsfluss nur innerhalb eines Notdienstkreises gewährleistet war. Vom Standpunkt des Patienten aus kann eine geöffnete Apotheke im Nachbarkreis jedoch viel näher liegen.

 

Ein intelligentes System soll den Notdienst für gesamt Westfalen-Lippe festlegen. Bisher stellten die Apotheker die regionalen Pläne selbst auf. Bereits ab dem 1. Januar 2012 soll der Patient drei Apotheken rund um die ärztliche Notdienstpraxis zur Auswahl haben, zum Beispiel über eine Applikation für Mobiltelefone. «Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Apotheke auf dem Heimweg liegt, ist so viel größer», sagte Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening. «Eine Ausdünnung findet nicht statt.»

 

Bis jetzt dürfen zwei Notdienstapotheken innerhalb eines Kreises maximal 20 Kilometer auseinander liegen. In Zukunft können es theoretisch 22 Kilometer sein, allerdings überregional. Für die Patienten wird die tatsächliche maximale Entfernung geringer ausfallen, da die drei Alternativen im Idealfall wie ein Dreieck um seinen Standort liegen. Die Kammer sprach von 12 bis 13 Kilometern.

 

Nicht nur die Patienten profitieren von der Reform: Die Dienste sollen gerechter auf die Gesamtzahl der Apotheken verteilt werden. «Durch das Netz verteilt es sich besser», versprach Overwiening. Viele Apotheken können mit einer Entlastung rechnen. Teildienste fallen weg. Um flexibel zu bleiben, können diensthabende Apotheken mit definierten «Zwillings-Apotheken» in enger räumlicher Nähe Dienste tauschen. Lokale Besonderheiten sollen berücksichtigt werden. Um Bevölkerung und Ärzte frühzeitig zu informieren, ist parallel eine Kommunikationsoffensive geplant. (db)

 

08.06.2011 l PZ

Foto: ABDA