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USA
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Zweiter H5N1-Stamm bei Kühen nachgewiesen

In den USA verbreitet sich eine zweite Variante des Vogelgrippevirus H5N1 bei Milchkühen. Experten sind über diesen zweiten Eintrag des Virus in Rinderherden und über eine spezielle Mutation beunruhigt.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 11.02.2025  11:00 Uhr
Mutation erleichtert vermutlich Virusvermehrung bei Säugetieren

Mutation erleichtert vermutlich Virusvermehrung bei Säugetieren

Von den Kühen kann das Virus auch in den Menschen gelangen: In den USA infizierten sich inzwischen laut Angaben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC mindestens  67 Menschen mit H5N1, die Mehrheit mit der Variante B3.13. Die meisten Infizierten entwickelten milde Symptome. Eine Person starb an den Folgen der Infektion. Der Vogelhalter hatte sich mit der neuen Variante D1.1 infiziert. Auch ein Mädchen in Kanada infizierte sich mit dem neuen Genotyp und erlitt einen schweren Krankheitsverlauf. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bislang nicht nachgewiesen.

»Die Varianten unterscheiden sich im Genom«, sagt Schwemmle. Wie sich die Unterschiede auswirkten, sei aber noch unklar. »Es ist noch zu früh, um zu beurteilen, ob diese neue Variante bei Milchkühen schneller zu Erkrankungen führt, aber die Krankheitssymptome von D1.1 und B3.13 scheinen vergleichbar zu sein.«

Sorge bereitet Professor Dr. Barbara Wieland vom Institut für Virologie und Immunologie am Eidgenössischen Departement des Innern in der Schweiz vor allem eine spezielle Mutation von D1.1. Die Variante weise eine Mutation im Polymerase-basic-2-Protein (PB2-Mutation) auf, die eine Virusvermehrung in Säugetieren erleichtern könnte. Eine Weiterverbreitung des Virus in Kühen, aber auch in Geflügel müsse jetzt effektiv verhindert werden. »Entscheidend ist, dem Virus möglichst wenig Gelegenheit zu geben, sich weiter an Säugetiere anzupassen.«

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