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Chikungunya
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Zwei Impfstoffe in Sicht

Infektionen mit dem Chikungunya-Virus führen fast immer zu Fieber sowie starken, teils lange anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Zwei Impfstoffe können vor der Erkrankung schützen. Der Lebendimpfstoff befindet sich in Europa bereits im Zulassungsverfahren.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 11.03.2024  12:00 Uhr
Totimpfstoff mit guten Ansprechraten

Totimpfstoff mit guten Ansprechraten

Der Impfstoffkandidat der Firma Bavarian Nordic (CHIKV VLP) besteht aus rekombinanten Virus-like Particles (VLP), die nur drei Strukturproteine des Virus enthalten und sich somit nicht replizieren können. Die beiden Phase-III-Studien zur Immunogenität und Sicherheit hätten ebenfalls eine sehr gute Ansprechrate gezeigt (DOI: 10.1093/ofid/ofad500.2471). Mehr als 3200 gesunde Personen im Alter von 12 bis 65 Jahren erhielten intramuskulär eine Einzeldosis von 40 μg VLP (0,8 ml), adjuvantiert mit Aluminiumhydroxid, oder ein Placebo. Fast 98 Prozent der mit Verum Geimpften (und 1 Prozent unter Placebo) zeigten am Tag 22 eine hohe Serokonversionsrate, die nach sechs Monaten auf etwa 86 Prozent abfiel. In der zweiten Studie mit rund 400 Personen über 65 Jahren erreichten 87 Prozent schützende Antikörpertiter. Die meisten Nebenwirkungen waren mild oder moderat; am häufigsten waren Kopfschmerzen, Arthralgie und Myalgie.

Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Globalisierung sieht Schmidt-Chanasit ein steigendes Risiko für Chikungunya-Ausbrüche. Da es keine spezifischen antiviralen Medikamente gegen die Erkrankung gebe, werde die Zulassung der Impfstoffe sehr erwartet.

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