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15 Milliarden Euro Verlust
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Zu wenig Biosimilars in der Pipeline

Die AG Pro Similars warnt davor, dass es 2032 nur noch für 25 Prozent der aktuell patentgeschützten Biologika günstigere Biosimilars geben wird – dem europäischen Gesundheitssystem gehen damit 15 Milliarden Euro an Einsparungen verloren.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 30.04.2024  15:00 Uhr
Zu wenig Biosimilars in der Pipeline

In den vergangenen 10 Jahren kamen nach Ablauf des Patents von Biologika in der Regel Biosimilars auf den Markt, was für massive Einsparungen im Gesundheitssystem sorgte. Das ändert sich jetzt, erklärte die Arbeitsgemeinschaft (AG) Pro Similars heute in einer Mitteilung: Bis 2032 wird es nur für 25 Prozent der aktuell noch patentgeschützten Biologika günstigere Nachahmerpräparate (Biosimilars) geben.

Damit entginge den europäischen Gesundheitssystemen bares Geld – sie würden 15 Milliarden Euro zu viel bezahlen, weil nicht genügend Biosimilars entwickelt würden, sagt die AG und bezieht sich auf einen aktuellen Report des Beratungsunternehmens IQVIA.

Wenn die Hindernisse in Bezug auf die Biosimilar-Entwicklung nicht beseitigt würden, werde die finanzielle Belastung der europäischen Gesundheitssysteme »wahrscheinlich zunehmen«, gleichzeitig würde der Patientenzugang zu wichtigen Medikamenten verringert werden, heißt es in dem IQVIA-Bericht. Bei bestimmten Biologika bestehe das Risiko, dass sie keine Biosimilar-Konkurrenz anziehen: IQVIA spricht deshalb von einer »Biosimilar-Lücke«. In Europa verlieren in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich 110 biologische Arzneimittel den Schutz des geistigen Eigentums.

Verlangsamte Entwicklungsaktivität

Laut IQVIA-Bericht wird erwartet, dass sowohl die hohen Anschaffungskosten der relevanten biologischen Referenzprodukte als auch die großen Patientenproben zur Festlegung klinischer Endpunkte innerhalb der aktuellen europäischen und globalen Regulierungsrahmen die Fähigkeit der Hersteller einschränken, neue Biosimilars, beispielsweise im Onkologie-Bereich, herzustellen.

Diese Faktoren könnten die zukünftige Entwicklungsaktivität von Biosimilars verlangsamen und langfristig die Zeit verlängern, die für die Produktion und Zulassung von Biosimilar-Medikamenten erforderlich ist.

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