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Entbudgetierung
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Zoff bei den Ärzten

Eigentlich sollte die Stimmung in der Ärzteschaft gut sein: Die scheidende Ampel-Koalition will die Entbudgetierung der Hausärzte noch beschließen. Doch die Verbände der Mediziner geraten darüber in Streit.
AutorKontaktPZ
Datum 24.01.2025  12:38 Uhr

SPD, Grünen und FDP haben sich auf die lange versprochene Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen geeinigt. Diese soll noch in dieser Legislaturperiode vom Bundestag beschlossen werden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßte die geplante Maßnahme am Mittwoch zwar grundsätzlich, äußerte aber Zweifel an der Umsetzbarkeit. Als Schwachstellen macht die KBV aus, dass die benötigten Finanzmittel im Entwurf nicht adressiert würden. Und die Krankenkassen seien nicht bereit, zusätzliche Gelder zur Verfügung zu stellen. »Das macht die Aufgabe für die Selbstverwaltung fast unlösbar. Es drohen im schlimmsten Falle Honorarumverteilungen innerhalb der Ärzteschaft«, so die KBV.

Diese Reaktion rief die anderen Ärzteverbände auf den Plan: Der Spitzenverband der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa), der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband reagierten in einer gemeinsamen Erklärung mit Unverständnis auf die Aussagen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Diese seien inhaltlich nicht nachvollziehbar und ein fatales Signal der KBV an Politik und Praxen.

»Die Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen ist ein großer Schritt nach vorn und ein wichtiges Signal an die ambulant tätige Ärzteschaft. Die Ampel-Parteien haben in diesem Punkt Wort gehalten und geliefert. Die Reform ist für die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung zwingend notwendig und endlich eine wirkungsvolle Maßnahme gegen die Krise der hausärztlichen Versorgung. Der aktuelle Entwurf ist nicht perfekt, aber dennoch zweifellos eine deutliche Verbesserung zum aktuellen Status quo«, heißt es in der Stellungnahme.

Jetzt zeigten sich die Vorstände mit der vorgelegten Lösung überfordert: »Das ist eine Bankrotterklärung und ein Schlag ins Gesicht der zahlenden Mitglieder, die dringend auf die Reform angewiesen sind«, so die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier.

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