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Ursachensuche
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Woher kommt der Schwindel?

Schwindel kann viele Ursachen haben – harmlose oder auch gefährliche. Mit wenigen gezielten Fragen lässt sich in der Apotheke oder Arztpraxis schon viel dazu herausfinden. Eine Art Schwindel ist im Alter besonders häufig.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 27.02.2024  10:30 Uhr

Gefühle von Schwindel kennen die meisten Menschen. Verschiedene Erkrankungen oder Störungen können dahinterstecken, machte der niedergelassene HNO-Arzt Dr. Rainer Jund aus München auf der Hermann-Hager-Tagung, der Fortbildungsveranstaltung der Landesapothekerkammer Brandenburg, am vergangenen Wochenende deutlich. Bei der Diagnostik komme es vor allem auf die Sprache, also auf eine gute Anamnese, an. Bildgebung oder andere apparative Diagnostik seien nur selten notwendig.

Abgefragt werden sollte in der Anamnese, um welche Art von Schwindel (Dreh-, Schwank- oder Benommenheitsschwindel) es sich handele, wie lange er auftrete und was ihn auslöse. Bei plötzlich auftretendem Drehschwindel, der Sekunden bis Minuten anhalte und durch plötzliche Kopfbewegungen (wie Umdrehen im Bett) ausgelöst werde, handele es sich in der Regel um den gutartigen Lagerungsschwindel. »Dieser häufigste Schwindel ist auch der harmloseste«, sagte Jund. Bei diesem geraten im Gleichgewichtsorgan im Innenohr kleine Kristalle an Stellen, wo sie nicht hingehören, und reizen dort Sinneszellen. Durch Befreiungsmanöver (spezielle Bewegungsabfolgen), die Patienten nach Anleitung auch selbst durchführen könnten, ließen sich die Kristalle wieder zurück an ihren Platz befördern, berichtete der HNO-Arzt.

Ein Gefühl von Schwanken, das Minuten bis Stunden andauert und in stressigen Situationen auftritt, weist auf einen phobischen Schwankschwindel hin, die zweithäufigste Schwindelart. Häufig kann Schwindel aber auch durch Kreislaufprobleme beim Aufstehen oder verschiedene Arzneimittel ausgelöst werden. Dieser zeichne sich eher durch Benommenheit und Gangunsicherheit als durch Drehschwindel aus. Bei dieser Schwindelform sei es sinnvoll, das Herz-Kreislauf-System und die Medikation zu prüfen, riet Jund.

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