| Theo Dingermann |
| 09.04.2026 09:00 Uhr |
Die Forschenden integrierten genetische und nicht genetische Prädiktoren, darunter Geschlecht, Alter, Diabetes-Status, Ausgangs-BMI, Medikamentenart und Dosierung, in ein kombiniertes Prognosemodell, das 25 Prozent der Varianz im BMI-Verlust erklärt. Mit Hilfe eines separaten Datensatzes elektronischer Patientenakten konnten die Forschenden überzeugend nachweisen, dass dieses Modell in der Lage ist, Patienten nach Gewichtsverlust zu stratifizieren.
Methodisch basieren die Analysen auf selbst berichteten Beobachtungen der Teilnehmer an dieser Studie. Dies sollte kritisch eingeordnet werden. Zwar zeigen die Forschenden, dass Medikamenten-Identität und Behandlungsdauer gut mit den Daten der elektronischen Patientenakten übereinstimmen. Dennoch blieb nicht verborgen, dass die Selbstauskünfte systematisch höhere Gewichtsverluste auswiesen als in den Patientenakten dokumentiert waren, ein bekanntes Phänomen eines sozial erwünschten Antwortverhaltens.
Dennoch markiert die Studie einen wichtigen Schritt hin zu einer Präzisionsmedizin der Adipositastherapie. Pharmakogenetische Tests auf identifizierte Polymorphismen in den GLP1R- und GIPR-Genen könnten künftig dabei helfen, Therapieentscheidungen zu individualisieren: Wer wird von Tirzepatid gegenüber Semaglutid profitieren? Wer trägt ein erhöhtes Risiko für therapiebegrenzende Nebenwirkungen?