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GLP-1-Agonisten
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Wirkmechanismen jenseits der Gewichtsabnahme

Die ursprünglich als Antidiabetika entwickelten Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten sind aufgrund ihrer appetithemmenden Eigenschaften als »Abnehmspritzen« zu Blockbustern geworden. Aber damit scheint das Kapitel dieser Wirkstoffklasse noch längst nicht zu Ende geschrieben zu sein. Denn unabhängig von der Gewichtsabnahme und Blutzuckerkontrolle wirken sie offensichtlich auch kardio-, nephro-, hepato- und sogar womöglich neuroprotektiv. Unklar ist noch, wie genau.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 19.07.2024  07:00 Uhr
Positive Schutzwirkung auch bei Alzheimer und Parkinson?

Positive Schutzwirkung auch bei Alzheimer und Parkinson?

GLP-1-RA zeigen systemische entzündungshemmende Wirkungen, die sich auch auf die Neuroprotektion erstrecken. Derzeit laufen Studien zu neurologischen und neuropsychiatrischen Erkrankungen wie der Alzheimer- und der Parkinson-Krankheit sowie zu kognitiven Funktionsstörungen und Folgen von Drogenmissbrauch. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass diese Medikamente psychiatrische Symptome, einschließlich Selbstmordgedanken und zwanghaftes Verhalten, bei einigen Personen verringern könnten.

Auch die Kombination von GLP-1-RA mit anderen Peptiden wie GIP-Rezeptoragonisten zielen nicht nur auf eine effizientere Kontrolle des Blutzuckerspiegels und die Gewichtsabnahme, sondern auch auf mögliche breitere therapeutische Wirkungen ab.

Insgesamt deutet sich an, dass sich der Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten erheblich ausweiten wird. Neben dem etablierten Einsatz zur Diabetes-Kontrolle und einer Fettleibigkeit umfasst das Spektrum inzwischen auch potenzielle Behandlungen kardiovaskulärer, neurodegenerativer und psychiatrischer Erkrankungen.

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