| Alexander Müller |
| 22.02.2026 13:44 Uhr |
Daher werde die außerordentliche ABDA-Mitgliederversammlung in der kommenden Woche weitere Protestaktionen abstimmen. Die Ministerin soll damit auf ihrem Kurs sogar unterstützt werden. Und: Auch die Fraktionen von Union und SPD stünden hinter der Forderung der Honorarerhöhung, ist Preis überzeugt.
Viel dürfte von den Ergebnissen der Finanzkommission Gesundheit abhängen, die im März vorgestellt werden sollen. Aus den Einsparungen will Warken auch die Honorarerhöhung für die Apotheken refinanzieren. Streeck verwies auf die »1750 Vorschläge für Einsparungen«. Man müsse sich jetzt erst Gedanken machen, wo man das Geld einspart, bevor man es jemand anderem geben könne. Und Schwarz-Rot habe in vielen Bereichen »sehr an die Apotheken gedacht«. Mit vielen Punkten der Reform seien die Apotheken auch zufrieden.
Tatsächlich sieht das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in seinen Gesetzentwurf neue Aufgaben für die Apotheken vor, die sich so oder ähnlich auch im Zukunftspapier der ABDA finden. Und im neuen Primärversorgungssystem sollen die Apotheken eine Schlüsselrolle spielen. »Wir brauchen eine bessere Patientensteuerung«, findet auch Streeck. Eine digitale Ersteinschätzung sei wünschenswert, in der Praxis aber noch schwer umzusetzen.
ABDA-Präsident Preis ist überzeugt: »Primärversorgung kann nicht ohne öffentliche Apotheken gedacht werden.« Apotheken seien eine tragende Säule der Versorgung und oft die erste Anlaufstelle. In den Arbeitsgruppen würden die Apotheken ihr Knowhow einbringen.
Vogler erinnerte an das sehr erfolgreiche Modellprojekt ARMIN. Dies müsse aus ihrer Sicht bundesweit ausgerollt werden. Streeck würde das gerne noch weiter treiben und ganz wegkommen vom Packungsfixum. Eine direkte Vergütung der Beratungsleistung der Apotheken würde ihre originäre Arbeit mehr wertschätzen, so der CDU-Politiker.
Abschließend wurde noch kurz über das Thema der Krisenresilienz diskutiert. Streecks Diagnose mit Blick auf die Medikamentenversorgung: »Nein, wir sind nicht krisenresilient.« Und Vogler würde sich wünschen, dass zunächst die bisherigen Katastrophen ausgewertet und Erkenntnisse umgesetzt würden. Nach der Corona-Pandemie etwa sei beschlossen worden, eine Notfallreserve zu bilden. Aber dafür stünden bis heute 0 Euro im Bundeshaushalt bereit.
Zu einem krisenresilienten Gesundheitswesen gehöre auch ein flächendeckendes Netz an Apotheken, so Preis. Dies habe sich zuletzt bei Ereignissen wie regionalen Stromausfällen gezeigt. An Streeck gewandt appellierte der ABDA-Präsident: »Die Regierung darf jetzt keine Apotheken ohne Labor zulassen, das ist Ihre Aufgabe!« Wenn jetzt leichtfertig Zweigapotheke zugelassen würden, werde es dort nie wieder eine vollversorgende Apotheke geben.