Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Medikationsanalyse
-
Wie spreche ich passende Patienten an?

Die meisten anspruchsberechtigten Patienten dürften noch nichts gehört haben von der für sie kostenlosen »erweiterten Medikationsberatung für Patienten mit Polymedikation« in der Apotheke. Wie spricht das pharmazeutische Personal sie am besten darauf an?
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 09.09.2022  09:00 Uhr
»Wie kommen Sie mit Ihren Medikamenten zurecht?«

»Wie kommen Sie mit Ihren Medikamenten zurecht?«

Ansprechen könnte man zum Beispiel Patienten bei einer Neuverordnung eines Medikaments oder wenn der Patient von sich aus ein Problem anspricht, zum Beispiel eine Nebenwirkung, Schluckprobleme oder eine hohe Tablettenlast. Ebenso sinnvoll kann das Angebot sein, wenn dem Apotheker eine mögliche Doppelverordnung oder Interaktion auffällt oder er vermutet, dass der Patient sein(e) Arzneimittel nicht richtig anwendet oder weglässt. 

Folgende Fragen eignen sich zum Gesprächseinstieg:

  • Wie kommen Sie mit Ihren Medikamenten zurecht?
  • Wie gut vertragen Sie Ihre Arzneimittel?
  • Ich sehe, Ihr Arzt hat Ihnen hier etwas Neues verordnet. Sollen wir einmal einen Blick auf die Gesamtmedikation werfen?
  • Wissen Sie bei allen Medikamenten, wie Sie sie am besten anwenden?
  • Fühlen Sie sich sicher mit Ihrer Medikation?

Gerade letztere Frage ziele auf ein Grundmotiv des Menschen: das Bedürfnis nach Sicherheit. »Knüpfen Sie an die Situation des Patienten an und bieten Sie Unterstützung an«, riet Dartsch. Man solle den Patienten erklären, worum es geht, aber sie nicht bevormunden. »Fragen Sie erst einmal, ob der Patient mehr erfahren will, bevor Sie genauer erklären, was gemacht wird, wer die Beratung durchführen wird, wie viel Zeit es dafür braucht und was der Nutzen ist.« Es müsse auch nicht sofort ein Termin vereinbart werden. Man könne dem Patienten auch erst einmal Informationsmaterial wie den entsprechenden Patientenflyer der ABDA mitgeben, damit er sich zu Hause in Ruhe einlesen kann. Weiteres Info- und Werbematerial findet sich unter www.apothekenkampagne.de.

Mögliche Ursachen für Bedenken des Patienten seien die Befürchtung, dass eine mangelnde Therapietreue aufgedeckt wird, Angst vor Kosten oder die Überzeugung »Mein Arzt kennt meine Arzneimittel!«. »Nehmen Sie solche Einwände ernst und gehen Sie darauf ein«, empfahl die Referentin. Es sei eine Chance, die Therapie gemeinsam zu verbessern.

Mehr von Avoxa