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Prävention, Aufklärung, Früherkennung
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Wie sich Männer in die Apotheke locken lassen

Männer leben kürzer und sterben früher als Frauen – und das weltweit. Wie holt man sie in die Apotheke, spricht sie dort richtig an, begeistert sie für Prävention und schneidet Services auf sie zu?
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 12.02.2026  14:00 Uhr

Richtige Ansprache lernen

Daher ist es wichtig, dass Apothekerinnen und Apotheker lernen, wie sie Gespräche richtig angehen. Entscheidend ist eine klare, einfache, direkte, nicht wertende und bestärkende Kommunikation, um Vertrauen aufzubauen und Männer schrittweise für Prävention, Vorsorge und Beratung zu gewinnen.

Bewährt haben sich motivierende Gesprächstechniken, die sich auf Zuhören, offene Fragen und die gemeinsame Festlegung von Zielen konzentrieren. So können die Heilberuflerinnen und Heilberufler Verhaltensänderungen auf respektvolle und unterstützende Weise fördern.

Da viele Männer nicht regelmäßig zum Arzt gehen, sollten Apotheken jeden Besuch – sei es zum Kauf, zur Beratung oder für eine kurze Frage – als Chance betrachten, Vertrauen aufzubauen und zu einer Gesundheitsuntersuchung anzuregen.

Ihre Angebote und ihr Umfeld könnten Apotheken an die Bedürfnisse männlicher Kunden anpassen. Ziel ist es, die Offizin als niedrigschwelligen, diskreten und vertrauenswürdigen Ort zu etablieren, an dem Männer sich ernst genommen fühlen. Konkret gilt es, Produkte ausgewogen zu präsentieren und beispielweise Rasierprodukte oder Sportnahrungsergänzungsmittel stärker in der Fokus zu rücken.

Gewinnbringend ist ebenfalls, deutlich auf vertrauliche Beratungsräume sowie flexible Öffnungszeiten für Berufstätige hinzuweisen. Auch die Vielfalt im Team spielt eine Rolle. Sind auch männliche Ansprechpartner anwesend, kann das Hemmschwellen bei sensiblen Themen senken.

Fitness-Club statt Apotheke

Darüber hinaus lassen sich Männer über soziale Medien, lokale Netzwerke oder vertraute Umfelder wie Sportvereine oder Friseursalons erreichen. Dort ist es nach Ansicht des FIP sinnvoll, Aktionswochen oder Dienstleistungen zu platzieren, die Männer dann in der Vor-Ort-Apotheke wahrnehmen können. Botschafter wie berühmte Sportler oder Influencer könnten ebenfalls dabei helfen. Zum Beispiel: Blutuntersuchungen in der Kneipe, Blutdruckmessen im Fitness-Studio oder Glukosetest im »Gesundheits-Boxenstopp« auf dem Weg zur Arbeit.

Wer seine Offizin etwas umgestaltet, Leistungen anpasst und das Apothekenteam in sensibler Kommunikation schult, hat schon die halbe Miete gewonnen. Hinzu kommt, Gesundheitsangebote dorthin zu bringen, wo Männer sich ohnehin aufhalten. Denn dort lassen sich Gespräche in weniger klinischer Atmosphäre führen und Barrieren abbauen.

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