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Verschwörungs-Theorien
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Wie sich Fake News über Mpox verbreiten

Nach Covid-19 entdecken Impfgegner mittlerweile Mpox für ihre Thesen. In sozialen Medien verbreiten sich Fake News über die Krankheit. Dabei werden bekannte Falschbehauptungen neu aufgelegt.
AutorKontaktdpa
Datum 02.09.2024  12:30 Uhr

Lockdowns, Massen-Impfungen und Ausgangssperren? Soll tatsächlich alles wieder von vorn losgehen? Die Rede ist diesmal nicht von Corona, sondern von Mpox. In bestimmten Ecken der sozialen Medien wird jüngst das Raunen wieder größer. Mit bekannten Verschwörungsmustern aus der Covid-19-Pandemie wird nun anhand der früher als Affenpocken bekannten Krankheit ein neues Feld der Desinformation bestellt.

Während das Coronavirus bei vielen Menschen in Deutschland mittlerweile aus dem täglichen Leben gewichen ist und Desinformation über Covid-19 meist nur noch in einschlägigen Kreisen im Netz ausgetauscht wird, gewannen Falschbehauptungen über Mpox zuletzt bei Facebook, X, Tiktok, Telegram und Co. an Fahrt.

»Dass das Thema Mpox in den Medien war, findet sich auch in rechtsextremen und verschwörungsideologischen Telegram-Kanälen wieder«, erklärt Miro Dittrich vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas), das Radikalisierungstendenzen und Verschwörungserzählungen im Netz untersucht. Dem Cemas-Geschäftsführer zufolge wurden die Stichworte »Affenpocken« oder »Mpox« in den rund 5.000 untersuchten Telegram-Kanälen und -Gruppen Mitte August wieder besonders häufig erwähnt.

Rolle der WHO aufgebauscht

Da hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter anderem wegen der zunehmenden Verbreitung einer bestimmten Mpox-Virusvariante (Klade Ib) in Afrika eine »gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite« erklärt. Sie will damit unter anderem Behörden in aller Welt zu erhöhter Wachsamkeit bringen.

Schnell verbreitete sich im Netz die Behauptung, die WHO habe im gleichen Atemzug angeordnet, dass sich die Regierungen auf erneute Mega-Lockdowns vorbereiten sollten. Das hat sie nicht. Ohnehin ist eine solche Direktive völlig aus der Luft gegriffen: Die internationale Organisation ist dazu weder berechtigt noch in der Lage. »Nur die Länder selbst haben die Souveränität, Entscheidungen und Maßnahmen für die Gesundheit ihrer Bevölkerung zu treffen«, erklärt WHO-Sprecher Tarik Jasarevic der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Das Narrativ einer übertriebenen WHO-Macht hat schon in der Corona-Zeit bei nicht wenigen Menschen verfangen – und war damals genauso falsch wie heute. »Potenzielle Grundrechtseingriffe wären allein die Folge eines souveränen staatlichen Handelns«, erklären Experten bei den wissenschaftlichen Diensten des Bundestages bereits im Jahr 2023.

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