Die Schilddrüse braucht dringend Jod, um Hormone zu bilden. / © Getty Images/Andrey Popov
Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Die Schilddrüse braucht dringend Jod, um Hormone zu bilden. Diese Schilddrüsenhormone steuern unter anderem den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur, das Immunsystem sowie Prozesse im Gehirn. Da der Körper Jod nicht selbst bilden kann, muss er das Spurenelement über die Nahrung aufnehmen. Bekommt der Körper dauerhaft zu wenig Jod, kann dadurch etwa die Leistungsfähigkeit sinken.
Schluckbeschwerden oder Heiserkeit können auf einen Jodmangel hindeuten. Auch ein empfindlicher Hals kann ein deutliches Warnzeichen für eine Jodmangelstörung sein – dann werden etwa Halstücher und Rollkragenpullis als drückend empfunden, erklärt Professor Dr. Markus Essler, Experte beim Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN). Ein Urintest am Morgen kann klären, ob ein Jodmangel vorliegt. Wer sich unsicher ist, sollte seinen Hausarzt oder seine Hausärztin aufsuchen.
Zudem kann sich bei einem Jodmangel die Schilddrüse vergrößern, also Knoten oder sogar einen Kropf bilden, erklärt Essler. »Besonders gefährlich ist ein Jodmangel jedoch für Ungeborene und Kleinkinder«, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Bonn. Kommt es in dieser Phase zu einer Unterversorgung, könne dies »das Risiko für spätere Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten und der Feinmotorik« erhöhen.
Milch und Milchprodukte, Eier, Meeresfisch und Meeresfrüchte sind eine wichtige Jodquelle. Seefische mit hohem Jodgehalt sind laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa Kabeljau oder Seelachs und bei den Meeresfrüchten etwa Muscheln und Garnelen. Pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte sind in der Regel hingegen jodarm.
Zwar haben Algen oft einen hohen Jodgehalt. Insbesondere Kombu gilt als besonders jodreich. Da der Wert in der Regel jedoch nicht ausgewiesen ist und stark schwanken kann, rät unter anderem die Verbraucherzentrale Bayern davon als Jodquelle ab. Beim Verzehr einzelner Algenprodukte drohe eine überhöhte Jodaufnahme und damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko.