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Nierenerkrankungen
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Wie man selbst die Nieren unterstützen kann

Schäumender Urin, Müdigkeit oder Juckreiz: Nierenprobleme bemerken viele erst spät. Wie man ihnen früher auf die Spur kommt, wie Schmerzmittel zum Problem werden können – und was die Niere fit hält.
AutorKontaktdpa
Datum 05.03.2026  12:00 Uhr
Wie man selbst die Nieren unterstützen kann

Schon statistisch sind sie wirklich beeindruckend: »Rund 1800 Liter Blut fließen jeden Tag durch die Nieren, circa 1,5 Liter Urin produzieren sie dabei und entgiften so den Körper.« So bringt es die Nephrologin Professor Dr. Julia Weinmann-Menke von der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf den Punkt.

Dass die Nieren Wasser- sowie den Säure-Basen-Haushalt im Körper regulieren, das haben die meisten auf dem Schirm. »Weniger bekannt ist, dass sie auch für den Knochenstoffwechsel zuständig sind«, sagt Julia Weinmann-Menke. Beispielsweise sorgen die Nieren dafür, dass aus einer Vorstufe eine aktive Form von Vitamin D entsteht. Auf das ist der Körper angewiesen, um stabiles Knochengewebe herstellen zu können.

Außerdem spielen die Nieren eine Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks. Plus: Sie produzieren Hormone für die Blutbildung. Das Organ hat also ganz schön viele wichtige Aufgaben zu erledigen. Umso tragischer ist es, dass sich viele Menschen der Nieren erst bewusst werden, wenn sie erkranken. Spätestens, wenn die Nierenwerte auffällig sind, kommt die Frage auf: Was jetzt? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie häufig sind Nierenerkrankungen?

Etwa jeder Zehnte in Deutschland hat eine chronische Nierenerkrankung, so die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie.

Tückisch: Längst nicht jeder weiß davon. »Viele Erkrankungen werden erst spät erkannt, denn chronische Nierenerkrankungen verlaufen anfangs meist symptomlos«, so der Nephrologe Professor Dr. Bernd Krüger vom Klinikum Darmstadt.

Wie kommt man Nierenproblemen überhaupt auf die Spur?

Einige Warnsignale gibt es zwar. Sie sind allerdings unspezifisch, können also auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Krüger zählt auf: »Schäumender Urin, der auf Proteine hindeutet, geschwollene Beine, ständige Müdigkeit, Luftnot, Bluthochdruck, häufiges Wasserlassen und Juckreiz können Anzeichen für Nierenprobleme sein.«

Der Zustand der Nieren lässt sich über Blut- und Urintests kontrollieren. Entscheidend ist zum einen der Kreatinin-Blutwert bzw. die sich daraus ergebende glomeruläre Filtrationsrate (GFR) im Blut. Aufschluss gibt auch eine Urinuntersuchung auf Albumin, also Eiweiß.

Letzteres ist nicht immer Teil der regulären Vorsorge in der Hausarztpraxis. Doch »nur die Relation beider Werte zeigt, wie gut die Nieren funktionieren«, sagt Bernd Krüger. Auf das vollständige Bild sollten vor allem Risiko-Patientinnen und -Patienten bestehen.

Ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen haben Menschen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Übergewicht, familiärer Vorbelastung und in höherem Lebensalter. Auch Rauchen erhöht das Risiko.

Was die wenigsten wissen: »Auch nicht steroidale Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können bei übermäßigem Gebrauch den Nieren schaden. Man sollte eine längere Einnahme daher immer mit dem Arzt absprechen«, sagt Weinmann-Menke.

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