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Schimmelbildung
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Wie lässt sich die Qualität von Cannabisblüten verbessern?

In letzter Zeit kommt es in Apotheken vermehrt zu Reklamationen wegen verschimmelter Cannabis-Blüten, berichtet die Fachgruppe Pharmazeutische Biologie der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG). 
AutorKontaktPZ/DPhG
Datum 05.06.2023  15:30 Uhr

Blüten nur von qualifizierten Lieferanten beziehen

Um eine sichere Verwendung durch die Patienten zu gewährleisten, seien auch ohne verbindliche Vorgaben folgende Punkte wichtig:

  • Die mikrobiologische Qualität von Cannabisblüten sollte durch geeignete Maßnahmen beim Anbau, der Verarbeitung und Lagerung sowie durch die Auswahl geeigneter Packmaterialien und Transportbedingungen optimiert werden. Eine Bestrahlung oder andere Dekontaminationsverfahren müssen als ein »Schönen« der Blüten angesehen werden und sind die Ultima Ratio.
  • Es ist die Aufgabe der Hersteller beziehungsweise Inverkehrbringer, eine angemessene Spezifikation für Cannabisblüten zu erstellen, die idealer Weise keine Bestrahlung der Blüten erfordert. Hierbei sollte Insbesondere das Risiko einer Kontamination mit Aspergillus spp. in die Betrachtung einbezogen werden.
  • Apotheken müssen ihre Lieferanten von Cannabis-Blüten umfassend qualifizieren und sich vergewissern, dass die Blüten mit angemessenen qualitätssichernden Maßnahmen gewonnen wurden. Eine solche Qualifizierung könnte dadurch erreicht werden, dass die Lieferanten für die Erzeuger in den Drittländern die entsprechenden GMP-Zertifikate und GACP-Erklärungen zur Verfügung stellen. Seriöse Lieferanten sollten diese Dokumente zukünftig als Download auf ihrer Homepage verfügbar machen.
  • Das Prüfzertifikat der Blüten sollte konkrete Ergebnisse der mikrobiologischen Prüfung enthalten; Ware mit auffälligen Prüfbefunden sollte abgelehnt werden.

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