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Neues zum Mechanismus
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Wie das Epstein-Barr-Virus zu Multipler Sklerose beiträgt

Dass das Epstein-Barr-Virus zentral an der Entstehung von Multipler Sklerose beteiligt ist, ist seit Längerem bekannt. Doch noch immer steht die Frage nach dem Wie im Raum. Nun geben zwei Studien neue Hinweise zum Mechanismus.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 15.01.2026  18:00 Uhr

Kreuzreaktive T-Zellen

Das Ende der Forschung ist aber noch lange nicht erreicht. Auch kreuzreaktive T-Zellen, die fälschlicherweise ein bestimmtes Protein im Gehirn angreifen, das sie mit EBV-Bestandteilen verwechseln, könnten zum Pathomechanismus beitragen. Das fand ein Team um Professor Dr. Olivia Thomas vom Karolinska-Institutet in Stockholm heraus, das seine Studie ebenfalls im Fachjournal »Cell« publizierte.

Dieses Phänomen ist in der Biologie bekannt und wird als molekulare Mimikry bezeichnet. Dabei entwickeln Krankheitserreger wie Viren und Bakterien als Tarnung vor dem Immunsystem Oberflächenstrukturen, die körpereigenen Proteinen ähneln. Dieses Versteckspiel kann Folgen haben: Wenn das Immunsystem trotzdem auf diese Strukturen reagiert, kann es auch körpereigene Zellen angreifen und so Autoimmunerkrankungen wie MS verursachen.

Konkret identifizierten die Forschenden das Protein Anoctamin-2 (ANO2) im Gehirn, das dem EBV-Protein EBNA1 ähnelt und von kreuzreaktiven T-Zellen angegriffen wird. Letztere fanden die Forschenden in Blutproben von MS-Patienten signifikant häufiger als bei gesunden Kontrollpersonen. In Experimenten mit Mäusen verschlimmerten die isolierten T-Zellen außerdem die Symptome einer MS-Erkrankung.

»Diese Entdeckung eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten, die auf diese kreuzreaktiven Immunzellen abzielen. Da derzeit mehrere EBV-Impfstoffe und antivirale Medikamente in klinischen Studien getestet werden, könnten die Ergebnisse für künftige Präventions- und Therapieansätze von großer Bedeutung sein«, sagte Seniorautor Professor Dr. Tomas Olsson in einer Pressemitteilung.

Derzeit wird viel zu EBV und MS geforscht wird, sodass in den kommenden Jahren weitere Erkenntnisse folgen dürften – die vielleicht dazu beitragen, wirksame Therapeutika gegen das Virus und seine Folgen zu entwickeln.

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